Herren 1. Liga: Arbeitssieg im Emmental

Spielbericht

Limmattal kehrt mit drei Punkten im Gepäck aus dem Oberaargau zurück und festigt sich auf den vorderen Tabellenrängen.

Dass die Spiele im ehemaligen Nationalen Sportzentrum Huttwil keine Selbstläufer sind, zeigt ein kurzer Blick in die Vergangenheit. In der überragenden letzten 1. Liga Saison vor dem Aufstieg mühten sich die Limmattaler gegen die Schwarzenbacher zu einem 3:2 Sieg nach Verlängerung. Ebenfalls in Erinnerung bleibt die allseits bekannte ruppige Spielweise der Berner Teams. Während sich ersteres am vergangenen Samstag ähnlich wiederholen sollte, blieb das zweite grösstenteils aus.

Von Spielbeginn weg zeigte sich, dass die Spielphilosophie der Blumenstädter in den letzten vier Jahren unverändert blieb. Mit einem tief zurückgezogenen 2-1-2 verteidigten die Gastgeber solidarisch und lauerten auf schnelle Umschaltmomente. Den Limmattalern wurde äusserst viel Platz zugestanden, welchen diese sich sogleich zunutze machten. Neben zahlreichen Abschlüssen, die ihren Weg aufs Gehäuse nicht fanden, verzeichneten die Urdorfer auch ein paar hochkarätige Torchancen, welche aber noch nicht von Erfolg gekrönt waren. A. Maurer im Kasten der Limmattaler hätte bis zur Hälfte des Startdrittels auch neben seinem Gehäuse stehen können, der Score auf der Anzeigetafel wäre dadurch nicht anders ausgefallen. Und doch reüssierten die Hausherren nach einem Freistoss in der 13. Minute als erste. Komplett gegen den allgemeinen Spielverlauf sahen sich die Limmattaler mit einem Rückstand konfrontiert. Doch der eigene Torerfolg liess dann nicht lange auf sich warten. Rund drei Spielminuten später schnappte sich E. Siegenthaler an der Mittellinie die Kugel, umkurvte zwei Gegenspieler und versenkte souverän via Innenpfosten zum 1:1 Ausgleich. Bis zur ersten Sirene waren weiterhin die Limmattaler die tonangebende Mannschaft. Die erstmalige Führung wurde allerdings mehrmals durch die hervorragende Leistung des Schwarzenbacher Torhüters verhindert. Somit mussten sich die Urdorfer mit einer, angesichts des Spielverlaufs, sehr mageren Ausbeute zufriedengeben.

Das Trainerduo Hunziker/A. Ladner hielt sich mit der Pausenansprache verständlicherweise kurz. Mehr Effizienz im Abschluss wurde gefordert, sodass die unzähligen Torchancen auch etwas Handfestes nach sich ziehen sollten. Gesagt getan. In der 25. Minute nutzten Pfau und Bär einen überhasteten Wechsel der Gastgeber bei einem Freistoss gekonnt aus und Bär sorgte mit seinem Abschluss und einer kleinen Portion Wettkampfglück schliesslich für die 1:2 Führung. Mit dieser im Rücken verlor das Spiel der Limmattaler allerdings die Geradlinigkeit der ersten 20 Minuten. Zu oft versuchte man noch den einen Querpass zu viel, welcher von den kompakt stehenden Schwarzenbachern abgefangen wurde und in einem schnellen Gegenstoss mündete. Dadurch musste A. Maurer deutlich öfters ins Spiel eingreifen, bestand jedoch alle Prüfungen souverän und liess keinen weiteren Gegentreffer zu. In der 36. Spielminute war es abermals eine Standardsituation, die zum nächsten Tor der Limmattaler führte. Zahner übernahm die Kugel von J. Siegenthaler und vollendete schwungvoll zum zwischenzeitlichen 1:3. Auch wenn das Mitteldrittel dadurch mit zwei Toren gewonnen werden konnte, liess das Spiel der Urdorfer noch einiges zu wünschen übrig. Angesichts des erdrückenden Ballbesitzanteils hätte eine deutlich grössere Zahl auf der Anzeigetafel stehen müssen.

Die eingangs angesprochene und berüchtigt physische Spielweise der Schwarzenbacher blieb auch im Schlussdrittel grösstenteils aus. Die Unparteiischen sahen sich deshalb auch während der gesamten Spieldauer nie dazu verpflichtet, einen Akteur in die Kühlbox zu schicken. Aufgrund des weiterhin knappen Resultats hegten die Hausherren aber stets noch die Hoffnung durch einen Lucky-Punch wieder in Schlagweite zu gelangen. Der Anschlusstreffer in der 43. Spielminute führte dann genau zu diesem Umstand. Denn darauf folgten die wohl besten Minuten des Heimteams. Als gleich mehrere Abschlüsse der Berner in kurzer Abfolge nur knapp am Tor der Urdorfer vorbeizischten, zogen Hunziker/A. Ladner die Reissleine und nahmen zehn Minuten vor Spielschluss ihr Time-Out. Und rund 30 Sekunde nach Wiederanpfiff stellte Hasenböhler den alten Vorsprung wieder her. Mit einem satten Schuss, erneut nach einem Freistoss, stellte er den Score auf 2:4. Doch diese Führung hielt leider nur exakt eine halbe Zeigerumdrehung bestand, ehe die Schwarzenbacher eine kurze Druckphase mit einem Weitschuss zum Anschlusstreffer vollendeten. Zwar versuchten die Hausherren nun die Limmattaler Verteidiger früher zu stören, stellten sich dabei jedoch nicht sonderlich geschickt an. So konnte sich in der 57. Minute Silvan «Feriebueb» Maurer mit einer einfachen Tempoverschärfung lösen und Zahner bedienen. Dieser fand mit seinem Abschluss zunächst nur das Bein eines Verteidigers, von diesem segelte die Kugel aber schliesslich unhaltbar über den bemitleidenswerten Schlussmann der Berner hinter die Linie. Nun sah sich der Coachingstaff der Schwarzenbacher dazu gezwungen seinerseits eine Auszeit zu nehmen und seine Spieler auf die Schlussphase einzustellen. Über weite Strecken mit einem weiteren Feldspieler anstelle des Torhüters agierend, versuchten die Gastgeber eine späte Wendung in dieser Partie herbeizuführen. Doch das Limmattaler Verteidigungsnetz hielt stand und auch A. Maurer konnte sich in dieser Phase mehrmals auszeichnen. Schlussendlich brachten die Urdorfer den Vorsprung über die Zeit und schreiben sich drei wichtige Punkte für ihre Rangierung gut.

Die Art und Weise, wie diese drei Punkte ihren Weg nach Urdorf fanden, würden die wenigsten als «überzeugend» titulieren. So waren auch die Stimmen in der Mannschaft nicht von Euphorie dominiert, sondern durchaus berechtigter Selbstkritik. Komplett unbeeindruckt liess sich ein anonymer Limmattaler Akteur weit nach Spielschluss zitieren «Du gell, 3 Pünkt sind 3 Pünkt. Was mi aber uufgregt, isch de Schafseckel wo mis Auto zueparkiert hät! Aber egal, wer chunnt no is H?».

Nach dem bereits vierten Auswärtsspiel nach sechs Partien steht für die Limmattaler eine doppelte Heimrunde vor der Tür. Am kommenden Samstag, 17.10. gastiert Unihockey Luzern um 20.00 Uhr in der Zentrumshalle, ehe am Folgetag um 17.30 die Partie in derselben Spielstätte gegen Unihockey Mittelland angepfiffen wird. Diese beiden Teams sind in der aktuellen Saison noch nicht richtig auf Touren gekommen und belegen die hintersten zwei Plätze. Dass dies aber keineswegs bedeutet, dass zwei Siege einkalkuliert werden können, wurde gerade am vergangenen Samstag eindrücklich bewiesen. Gegen jeden Gegner braucht es von den Limmattalern eine über 60 Minuten überzeugende und konzentrierte Leistung, sonst bleibt die Wachstumsrate der grauen Haare des Headcoachs weiterhin auf zu hohem Niveau. Über zahlreiche und lautstarke Unterstützung an den beiden Heimspielen freut sich die gesamte Mannschaft.

Die letztwöchige Partie gegen Lausanne wurde von Philipp Düsel fotografisch festgehalten. Die Schnappschüsse sind auf der flickr-page von Düsel zu finden. Vielen Dank für die großartigen Eindrücke!

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12.10.2026
Flavio Schneider
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