Die Limmattaler besorgen sich mit einem Sieg in Aarau gleich selbst einen erfolgreichen Abschluss des Wochenendes.
Ungewohnt spät versammelte sich das Urdorfer Fanionteam zur allwöchentlichen Kolumne. Dass die Schachenhalle in Aarau selbst für die Limmattaler, die ebenfalls mit einer suboptimalen Spielstätte Vorlieb nehmen müssen, nicht zu den Lieblingsorten im Schweizer Unihockey zählt, wurde sowohl lyrisch beschrieben als auch zu Beginn des Spiels offensichtlich.
Gegen die heimstarken Aarauer mühte man sich zu Spielbeginn mehr ab, als dem Betreuergespann um Hunziker/Ladner lieb war. In den Startminuten verzeichneten die Zürcher zwar den weitaus grösseren Spielanteil, so richtig zwingend waren die daraus resultierenden Torchancen jedoch nicht. Das Heimteam versuchte mit einem halbherzigen Pressing die Limmattaler Verteidiger in Verlegenheit zu bringen, diese liessen sich aber nicht beirren und behaupteten die Kugel souverän. In der siebten Spielminute nutzte Kurmann eine für kurze Zeit herrschende Fehlzuteilung im Aarauer Defensivverhalten mit einem öffnenden Pass zu Halter aus. Dieser zögerte nicht lange und flippte am einzigen übriggebliebenen Verteidiger zum komplett freistehenden Peraro, welcher das Zuspiel gar nicht erst zu kontrollieren versuchte, sondern die Kugel gleich per Volley in die Maschen haute. Dem nicht beneidenswerten Aarauer Schlussmann blieb nur noch der verdutzte Blick in den eigenen Kasten. Die Führung der Limmattaler hielt allerdings nicht lange Bestand. Denn rund zwei Zeigerumdrehungen später glich der Slot vor Haenle einem Flipperkasten und von welchem Stock, Bein oder welcher Schutzbrille der Ball schlussendlich die Torlinie überquerte konnten auch die Unparteiischen nicht abschliessend beantworten, weshalb einfach jenen Akteur des Heimteams
mit dem Torerfolg belohnt wurde, der dem Geschehen am nächsten stand. Der Ausgleichstreffer, welcher ein wenig aus dem Nichts zustande kam, warf die Limmattaler für kurze Zeit von der Rolle. Zu verkrampft versuchte man in der Folge die ehemalige Führung wiederherzustellen. Aber zu wenig sorgfältig agierte man im Spielaufbau und zu wenig konsequent im Abschluss. So jubelten in der 15. Minute die Gastgeber über die erstmalige Führung an diesem Abend. Nach einem Konter schien die Situation für die Limmattaler eigentlich überstanden, doch die unzureichende Zuteilung nutzten die, in rot gekleideten, Platzhirsche mit einem Abschluss aus der zweiten Welle zum 2:1 aus. Bis zum ersten Pausentee erspielten sich beide Teams keine wirklich vielversprechenden Torchancen mehr, weshalb die knappe Führung von den Aarauern über die Zeit gebracht werden konnte.
Dass das Gezeigte nicht dem Anspruch der Limmattaler an sich selbst entspricht, war allen Akteuren auf und neben dem Platz bewusst. So versuchten die Gäste gleich von Beginn des Mitteldrittels aufs Gaspedal zu drücken. Insbesondere die ersten zwei Formationen spielten die Aarauer zeitweise schwindelig. Doch sowohl die gewöhnungsbedürftige Unterlage als auch die fehlende letzte Überzeugung im Abschluss verhinderten in der ersten Drittelshälfte den Ausgleichstreffer. Kurz nach Spielhälfte löste sich jedoch der Knopf im Limmattaler Offensivspiel. Zunächst sorgte ein sehenswerter Doppelpass Hasenböhler – Peraro für den zweiten Urdorfer Treffer, ehe rund zwei Minuten später eine Bogenlampe des bereits zuvor erfolgreichen Hasenböhlers für die neuerliche Zürcher Führung sorgte. Darüber, ob es den intensiven Screen Halters vor dem gegnerischen Schlussmann wirklich benötigte, scheiden sich bis heute die Geister. Den Schlusspunkt hinter die erfolgreichsten fünf Spielminuten der diesjährigen Spielzeit setzte in der 36. Minute E. Amaro Dominguez, nachdem eine Auslösung wie aus dem Bilderbuch von Siegenthaler über Ingold und Zahner durch den jüngeren der Amaro Dominguez Brüder eiskalt verwertet wurde. Als dann kurz vor der zweiten Pausensirene gar das Limmattaler Powerplay auflaufen durfte, hofften die vereinzelt mitgereisten Anhänger auf ein noch höheres Pausenresultat. Jedoch konnte die 100%-Quote aus dem ersten Spiel nicht gehalten werden, womit das Schlussdrittel mit zwei Zählern Vorsprung begonnen wurde.
In diesem änderte sich am grundlegenden Spielverlauf nicht viel. Die Gastgeber versuchten sich nun in einem nochmals leicht verschärften Forechecking, welches allerdings nicht von Erfolg gekrönt wurde. Vielmehr liess Peraro, der Zauberer von letzter Woche, in der 43. Spielminute nochmals seine Klasse aufblitzen und knallte nach einem kleinen Sololauf die Kugel mit seinem Zauberstab unhaltbar, backhand ins Lattenkreuz. Rund eine Minute später keimte für die Aarauer nochmals das letzte Fünkchen Hoffnung auf, als ein weiteres Tor der Marke «3D Pinball: Space Cadet» (wer diese nicht kennt, gehört wohl definitiv zur Gen Z) zum verkürzten Spielstand von 3:5 führte. Das unglückliche Eigentor der Aarauer in der 54. Minute begrub in der Folge jedoch auch die letzte Hoffnung auf eine späte Aufholjagd, welche die Aarauer noch vor Wochenfrist gegen die Neuenburger zeigten. Auch die beiden späten Strafen gegen die Limmattaler, sodass die Hausherren die letzten vier Minuten mit einem bis zwei Feldspielern mehr agieren durften, überstanden die Limmattaler unbeschadet.
Die Urdorfer verliessen ein nicht über alle Strecken überzeugendes Spiel dennoch als Sieger und stehen nach zwei Runden verlustpunktefrei da. Auf ein erstes Heimspiel in der Zentrumshalle müssen sich die treuen Anhänger leider noch weiter gedulden. Nächstes Wochenende geht es am Samstag zunächst nach Aigle, wo hoffentlich nach Schlusspfiff die «les Murailles» Flaschen auf der langwierigen Rückfahrt geöffnet werden können. Tags darauf gastieren die Limmattaler in der berüchtigten SLM Arena in Konolfingen. In dieser wurden bereits die ein oder anderen hitzigen Duelle ausgefochten. Dass beide Teams den Limmattalern dicht auf den Fersen sind und teilweise nur das leicht bessere Torverhältnis über die Platzierung entscheidet, zeigt die Brisanz der anstehenden Doppelrunde. Gleichzeitig kann dieses Wochenende auch bereits früh anzeigen, in welche Richtung es für die Limmattaler tabellarisch gehen wird.
Trotz der weiten Anreisewege freut sich das gesamte Team über zahlreiche und lautstarke Unterstützung auf den Rängen.