Im Widener Exil stieg am vergangenen Samstag gleich zu Saisonbeginn das neue Zürcher Derby der 1. Liga.
Gespickt mit vereinzeltem Spieler mit Limmattaler Vergangenheit wollten die Gäste aus dem Süden Zürichs ihre letztjährige Saison vergessen machen und gleich zu Beginn wieder zum Siegen zurückkehren.
So spielten die Gäste von Beginn weg unbeschwert auf und verzeichneten nach wenigen Augenblicken bereits die erste Torchance. Die Kugel zischte allerdings am Kasten Maurers vorbei ins Aus. Schon relativ früh wurde klar, dass die Limmattaler das Spieldiktat in die eigenen Hände nehmen wollten. Der Ballbesitz war zwar einigermassen ausgeglichen, doch in die gefährlichen Abschlusszonen kamen nur die Mannen des Trainertrios Hunziker/Ladner2. In der achten Spielminute kamen die Gastgeber nach einer kurios gepfiffenen Strafe gegen Züri Süd zum ersten Überzahlspiel an diesem Abend. In diesem konnten die fünf Limmattaler praktisch schalten und walten, wie es ihnen beliebte. Ein ums andere Mal fand Hasenböhler einen gegenüberliegenden Mitspieler, doch vorerst wollte das Spielgerät noch nicht hinter die Torlinie. Erst rund 20 Sekunden vor Ablauf der Strafe reüssierte Zahner nach Zuspiel Peraros durch die ganze Küche der Leimbacher Box. Gleich im darauffolgenden Einsatz überfiel Xavier Amaro Dominguez die komplette gegnerische Hintermannschaft mit einem Energieanfall sondergleichen. Aus der eigenen Platzhälfte liess er drei Gegner stehen und schloss sehenswert ins weite hohe Eck zu seinem ersten Treffer im Dress des Limmattaler Fanionteams ab. Die Gäste liessen sich durch diesen Doppelschlag allerdings nicht lange beirren. Rund drei Spielminuten später nutzten sie einen Konter eiskalt zum Anschlusstreffer aus. Auf diesen hatten jedoch die Limmattaler wiederum die postwendende Antwort bereit. Eine wunderschöne Passkombination von Kuhrmann zu Hasenböhler schloss am Ende Halter zum 3:1 ab. Und weiter waren es die Limmattaler, welche am Drücker blieben. Maurer im Kasten der Gastgeber musste bis zur ersten Pausensirene nicht mehr viel ins Spiel eingreifen. So verabschiedeten sich die Urdorfer mit der Zwei-Tore-Führung in die Katakomben.
Im Mitteldrittel starteten die Limmattaler wiederum mit mehr Ballbesitz und den überzeugenderen Offensivaktionen. Doch bis zum nächsten Torerfolg mussten sich die teils rekonvaleszenten Zuschauer ein wenig gedulden. So dauerte es bis zur 27. Minute, ehe sich Eduardo Amaro Dominguez neben seinem Bruder auf der Torschützenliste eintragen liess. Mit einer schnellen Täuschung zur Mitte liess er den Verteidiger stehen und traf platziert halbhoch ins weite Eck. In der Folge neutralisierten sich die zwei Mannschaften weitgehend, ehe die Limmattaler in der 36. Minute zum zweiten Mal in numerischer Überzahl agieren durften. Ob die Strafe nun eine ganz strenge Regelauslegung oder Kompensation für frühere Aktionen war, bleibt wohl das Geheimnis der Unparteiischen. Und wie in einer Reprise des ersten Powerplays fand wiederum Peraro den freistehenden Zahner, welcher unbehelligt zum vorentscheidenden Pausenresultat von 5:1 einschiessen konnte.
Der zweite Pausentee bekam den Gastgebern offensichtlich besser. Dank eines energischen und dadurch schlussendlich erfolgreichen Pressings eroberte die Flügelzange Peraro/Halter die Kugel hinter der gegnerischen Grundlinie. Letzterer musste dann nur noch zu seinem zweiten persönlichen Treffer an diesem Abend einschieben. Ob in der 44. Minute bei den Gästen nochmals Hoffnung aufkeimte, als sie einen schnell ausgeführten Konter mit einem sehenswerten Solo Suters abschlossen, bleibt ungeklärt. Zumal sie in der 50. Minute schliesslich auch noch ihr Powerplay aufziehen konnten. In diesem mussten die Limmattaler zwar ein paar brenzlige Situationen überstehen, kamen aber nach diesen zwei Minuten unbeschadet aus der Unterzahl. Und der zweite Limmattaler Doppelschlag an diesem Abend sorgte für die endgültige Entscheidung. So liessen sich zuerst Peraro seinen dritten Assist und Halter seinen Hattrick gutschreiben. Rund 30 Sekunden später scheiterte zuerst Zahner am Schlussmann der Gäste, ehe E. Amaro Dominguez den Rebound per Volley in die Maschen haute. Den Schlusspunkt setzten dann noch die Leimbacher mit dem 8:3 in der 60. Minute, welches allerdings nur noch als Resultatkosmetik vermerkt werden musste.
Damit waren die ersten drei Punkte in trockenen Tüchern. Wie die Gäste vom vergangenen Abend als Gradmesser eingestuft werden können, zeigt sich bereits am kommenden Sonntag auswärts in Aarau. Glaubt man dem dreifachen Torschützen Halter, sei «schon noch mehr möglich und wahrscheinlich auch notwendig», wenn es gegen andere, teils gänzlich unbekannte Gegner in der Liga ernst gilt. Das kommende Ligaspiel gegen das Team Aarau wird am Sonntag zur unchristlichen Uhrzeit um 20:15 Uhr in der Schachenhalle Aarau angepfiffen. Über zahlreiche Unterstützung freut sich die gesamte Mannschaft.