Herren 1. Liga: Verlängerung entscheidet den Spitzenkampf

Spielbericht

Zuletzt mussten die Limmattaler stets den einen oder anderen Punkt liegenlassen, dies sollte sich im dritten Spiel in Folge leider nicht ändern.

Das erste richtige Heimspiel der Urdorfer hatte am vergangenen Samstag vor gut gefüllter Kulisse in der Zentrumshalle mit den erstplatzierten Lausannern gleich einen würdigen Gegner. Die Limmattaler zeigten sich in den Startminuten unbeeindruckt von den punktgleichen Westschweizern, welche in den letzten Jahren seit dem Aufstieg in die 1. Liga stetig mit besseren Ergebnissen aufwarteten. Munter spielten die Herren von Coachingstaff Hunziker/Ladner2 nach vorne und verzeichneten gleich zu Beginn mehrere vielversprechende Chancen. Dennoch liess der erste Torerfolg bis nach Drittelshälfte auf sich warten. In der 11. Minute nutzte Halter die halbherzige Verteidigung nach einem Freischlag sowie die Slotarbeit Peraros mit einem Weitschuss von der Mittellinie aus. In der Folge fanden auch die Waadtländer besser in die Partie, verliessen sich aber weitgehend auf ein schnelles Umschaltspiel als durchdachte Auslösungen. So fiel der Ausgleich in der 19. Minute auch nicht nach einer schönen Spielaktion, sondern einer Mischung aus Pech für die Limmattaler und Glück für die Gäste. Das Eigentor hielt die Urdorfer jedoch nicht davon ab, die bisherige Führung noch vor der ersten Pause wieder zu realisieren. Diese war dann vier Sekunden vor der Sirene auch Tatsache. Nach einem schnellen Lauf von der eigenen Grundlinie bis in die gegnerische Hälfte durch Schneider, gab dieser die Verantwortung an den bereits zuvor erfolgreichen Halter ab. Ohne lang zu Zögern zirkelte dieser die Kugel unhaltbar zum 2:1 ins Lattenkreuz. Mit dieser verdienten Führung verabschiedeten sich die zwei Mannschaften in die Katakomben.

Der erste Pausentee schien den Gästen aus der Westschweiz besser bekommen zu sein. Noch vor der ersten Zeigerumdrehung nach Wiederanpfiff nutzten sie einen Ballgewinn in der Mittelzone zügig aus und stellten die Anzeigetafel wieder auf Ausgleich. Wenige Augenblicke später konnte zum ersten Mal an diesem Abend das Limmattaler Powerplay ihre Posten beziehen. Gegen ein aggressives Boxplay tat sich die Überzahl zunächst schwer, konnte gegen Ende der Zeitstrafe aber dann doch ein paar gute Abschlüsse verzeichnen. In einen Torerfolg konnte die Überzahlsituation zwar nicht genutzt werden, jedoch bot sich kurz nach Ablauf der Strafe aufgrund eines vogelwilden Wechsels der Lausanner gleich nochmals die Chance mit einem Feldspieler mehr zu agieren. Und diesmal konnte dies auch in etwas Zählbares umgemünzt werden. In der 24. Minute fand ein Zuspiel Hasenböhlers den Weg via Fuss eines Verteidigers hinter die Torlinie. Die knappe Führung konnte in der 27. Minute dann ein wenig komfortabler ausgebaut werden. E. Amaro Dominguez startete seinen Solo-Lauf an der Mittellinie und schloss wenig später unnachgiebig zum 4:2 ab. Einfach so wollten die Lausanner sich allerdings nicht abfertigen lassen. Kurz nach Spielhälfte verwerteten sie einen Abpraller vor Haenle zum abermaligen Anschlusstreffer. Und in der 39. Minute brachten sie sogar den Ausgleich zum 4:4 zustande. Diesem ging ein regelrechtes Wirrwarr im Slot der Limmattaler voraus, in welchem die Gäste den besseren Überblick behielten und mit dem fünften Nachsetzen doch noch erfolgreich waren. Eine Strafe kurz vor der Sirene bedeutete, dass die Limmattaler das Schlussdrittel mit einem Feldspieler weniger antreten mussten.

Dies blieb jedoch ohne Folgen auf der Anzeigetafel. Einzig die Unparteiischen schienen nun Gefallen daran gefunden zu haben, Spieler hüben wie drüben in die Kühlbox zu schicken. Da allerdings zwei weitere Strafen gegen Limmattal und drei gegen die Lausanner ohne Torerfolg blieben, musste zum dritten Mal in Serie die Verlängerung über den Ausgang der Partie entscheiden. Zwar hatten die Urdorfer allen voran in der letzten Überzahlsituation den Siegtreffer mehrmals auf der eigenen Schaufel, doch der Vollerfolg nach 60 Minuten sollte ihnen verwehrt bleiben.

Im geregelten Spiel mit je fünf Feldspielern waren die Gastgeber nun ihren Widersachern aus der Romandie klar überlegen. Unzählige Abschlüsse flogen jedoch am Gehäuse vorbei oder fanden nur den Weg in den Block. Nicht so in der 67. Minute, als Peraro in der Auslösung zu Hilfe eilte und die Kugel via Khan ihren Weg zu Halter fand. Dieser lancierte punktgenau den wieder nach vorne stürmenden Peraro, der sich die Butter dann nicht mehr vom Brot nehmen liess und zum umjubelten 5:4 Siegtreffer reüssierte.

Mit dem vierten Sieg in dieser Saison setzen sich die Limmattaler in der sich langsam formierenden Spitzengruppe fest. Die Tabelle ist allerdings noch jung und weiterhin dicht gedrängt. Endlich wieder mal einen Vollerfolg zu feiern, wäre sowohl dem Punktekonto als auch der Haarfarbe und dem Nervenkostüm des Coachingstaffs wohltuend. Die nächste Chance dazu haben die Limmattaler am nächsten Samstag auswärts gegen die tautologisch benannten Schwarzenbacher in Huttwil. Auch wenn die überragende Stimmung wie am vergangenen Samstag nur schwer zu wiederholen ist, freut sich die gesamte Mannschaft über jede einzelne Unterstützung um 19.00 Uhr im Campus Perspektiven.

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5.10.2026
Flavio Schneider
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