Nach langer Durststrecke verbuchen die Limmattaler wieder einmal Punkte auf ihr Konto.
Am Samstag baten die Urdorfer, aufgrund der zum wiederholten Male nicht ganz nachvollziehbaren Hallenpolitik, im Beriker Exil zum Tanz. Zu Gast waren die Ostschweizer aus Sargans. Wie schon im Hinspiel war die Limmattaler Bank spärlich besetzt. Gerade einmal 16 Feldspieler stellten sich der neuerlichen Aufgabe, das noch spärlicher gefüllte Punktekonto zu befüllen.
Die Gäste starteten nach dem verlorenen Startbully wie von der Tarantel gestochen. Sogleich wurde die Limmattaler Verteidigung unter Druck gesetzt und zu einem Fehlpass gezwungen. Diesen nutzten die Sarganser nach gerade einmal elf gespielten Sekunden (!) zum Führungstreffer. Alles schien eine Kopie des letzten Spiels gegen die Tessiner vom vergangenen Samstag zu werden. Doch diesmal hatten die Limmattaler eine Antwort bereit. Nach rund 1 ½ Minuten war es Küng, welcher nach einem Steal, wie in seiner besten Junioren-Manier backhand draufhielt. Der Ausgleichstreffer war nur die logische Konsequenz. Die Urdorfer waren damit auch in der Partie angekommen. Rund drei Minuten später machte Liga-Bösewicht Halter seinem Titel alle Ehre und wanderte für zwei Minuten auf die Strafbank. Das mit zahlreichen ausländischen Verstärkungsspielern gespickte Powerplay der Sarganser zeigte sich allerdings äusserst harmlos, womit die Limmattaler die Unterzahlsituation schadlos überstanden. Die Partie flachte in der Folge ein wenig ab. Ein leichtes Chancenplus konnte dennoch für die Limmattaler ausgemacht werden. Insbesondere Zahner und Hasenböhler machten eigentlich alles richtig, scheiterten jedoch an der Torumrandung. In der 16. Minute durfte sich dann zum ersten Mal auch das Limmattaler Powerplay installieren. Doch die Ausbeute war genauso mager, wie auf der Gegenseite zuvor. Mit ausgeglichenem Score sollte es aber nicht in die erste Pause gehen. Denn keine halbe Minute vor der Sirene fasste sich Captain Pfau ein Herz und zog an der Mittellinie ab. Sein Schuss fand mit perfekter Höhe seinen Weg in die Maschen. Damit gingen die Urdorfer mit einer knappen Führung zum Pausentee.
Dieser bekam den Limmattalern besser. Während in vergangenen Partien jeweils eines der drei Drittel nicht mit der notwendigen Vehemenz angegangen wurde, geschah an diesem Abend nichts dergleichen. Wenige Augenblicke nach Wiederanpfiff markierte Peraro auf Pirouetten-Zuspiel von Zahner seinen ersten Treffer an diesem Abend. Keine ganze Zeigerumdrehung später steckte Küng die Kugel zu seinem Flügelpartner Halter durch, welcher den gegnerischen Torhüter umkurvte und zum 4:1 erhöhte. Auf dieses hatten allerdings die Gäste die postwendende Antwort bereit und verkürzten ihrerseits. In der 27. Minute durften sich die Limmattaler dank einer doch kleinlich gepfiffenen Strafe aufgrund Reklamierens zum wiederholten Male einer numerischen Überzahl erfreuen. Doch war das Powerplay der Limmattaler auch in dieser Situation zu wenig zwingend, womit die Zwei-Tore-Führung vorerst verblieb. Rund eine Minute vor der zweiten Sirene reüssierte der eben noch auf die Strafbank verbannte Sarganser Akteur zum Anschlusstreffer, womit die Pausenführung abermals minimal blieb.
Der Start ins Schlussdrittel hätte für die Limmattaler nicht besser laufen können. Hasenböhler fand nach schneller Auslösung die Schaufel des völlig freistehenden Peraros, welcher keine Mühe hatte, auf 5:3 zu erhöhen. In den darauffolgenden Minuten entwickelte sich nicht wirklich ein geordnetes Spiel. Viele Ballverluste beider Teams in der Mittelzone sorgte für einen chaotischen und unberechenbaren Spielverlauf. Das bessere Ende dieser turbulenten Phase konnten die Limmattaler in der 52. Minute dann aber für sich beanspruchen. Zahner tankte sich gekonnt durch die Gäste-Abwehr, ehe er die Kugel zu Peraro spitzelte, welcher mit dem nächsten Treffer seinen Hattrick an diesem Abend markierte. Die Gäste kamen zwar wenige Sekunden später nochmals auf 6:4 heran, doch der Deckel auf diese Partie folgte in der 55. Spielminute. Die Gäste stürmten nach einem Bully wieder einmal kopflos nach vorne. Diesmal waren die Limmattaler aber vorbereitet. Hasenböhler liess sich in bester Quarterback-Manier ein paar Schritte zurückfallen, ehe er das Spielgerät nach vorne flankte. Wide-Reciever Peraro pflückte die Kugel aus der Luft und düpierte den Sarganser Schlussmann zum 7:4. Auch das Time-Out des Sarganser Coaching-Staffs konnte die Wende nicht mehr herbeiführen. Vielmehr mussten die Gäste die letzten zwei Minuten sogar noch in Unterzahl agieren. Für die Resultatkosmetik und die gegebenenfalls noch wichtige Tordifferenz waren bis zu Spielende noch Friedli und Zahner verantwortlich. Dass die drei Punkte in Zürich blieben, ging absolut in Ordnung, das Schlussresultat von 9:4 sprach aber ein vielleicht zu deutliches Verdikt. Maurer im Kasten der Limmattaler hielt etliche Male dicht und ermöglichte seinem Team eine zuweilen knappe Führung zu bewahren.
Zum ersten Mal seit zwei Monaten konnten sich die Limmattaler wieder einmal Punkte sichern. Und weniger als 20 Stunden später bot sich gleich die nächste Chance, gegen die altbekannten Rivalen vom Pfannenstiel, die nächsten Punkte einzufahren.
Die Derbys in der Kirchwies gehören für die meisten Limmattaler mittlerweile zum Standardprogramm im Kalender. Und so ausgeglichen die Partien in der Vergangenheit waren, startete auch jene am vergangenen Sonntag. Es verstrichen über zehn Minuten, ehe sich das Heimteam nach einer schnellen Kombination in Führung schoss. Die Limmattaler waren sich um eine Antwort allerdings nicht verlegen. Rund zwei Zeigerumdrehungen später netzte der nun offensichtlich warmgeschossene Peraro zum verdienten Ausgleich ein. Aber wie am Vorabend mussten die heurigen Gäste abermals ein schnelles Gegentor nach einem eigenen Treffer hinnehmen. Gleich mit einem Doppelschlag gingen die Hausherren mit zwei Längen in Führung. Nach einem Ballverlust der Pfanni-Verteidigung markierte in der 17. Minute Küng den Anschlusstreffer, als er aus spitzem Winkel passgenau in die weite Ecke traf. Damit sollte das torreiche Startdrittel jedoch noch nicht zu Ende gehen. Nach einem Stockschlag mussten die Limmattaler mit einem Feldspieler weniger über die Runden kommen. Den grosszügig überlassenen Platz liessen sich die Egger nicht nehmen und stellten den alten Vorsprung noch vor der Sirene wieder her.
Trotz der zahlreichen Torerfolge war es kein Spektakelspiel. Beide Mannschaften agierten einigermassen kontrolliert und wollten die Kugel nur im äussersten Moment hergeben. In der 24. Minute durfte sich das Powerplay der Hausherren bereits zum zweiten Mal installieren. Und wiederum reüssierten die Pfannen nach einem zugegebenermassen schön anzusehenden Querpass. Keine 20 Sekunden nach Wiederanpfiff dachte sich Halter aber wohl «Hold my beer», dribbelte sich durch die komplette gegnerische Abwehr und schloss seinen Solo-Lauf nach einer letzten Pirouette erfolgreich zum 5:3 aus Sicht der Gastgeber ab. Das Spiel wogte in der Folge hin und her, ehe sich die Unihockeygötter den Hausherren äusserst hold gestimmt zeigten und ein glücklicher Prellball irgendwie seinen Weg hinter die Linie fand. Noch dicker kam es in der 27. Minute, als eine ohne jegliches Fingerspitzengefühl gepfiffene Zeitstrafe gegen die Limmattaler erneut ein Unterzahlsituation nach sich zog. Diesmal hielt die Urdorfer Box jedoch dicht und kurz nach Spielhälfte durfte sich dann auch das Limmattaler Powerplay erstmals formieren. Die wenigen Chancen konnten zwar nicht in etwas Zählbares umgemünzt werden, doch liess einer der letzten Vertreter der wahren goldenen Generation der Limmattaler in der 36. Minute die Fan-Herzen höherschlagen. Mit einem Weitschuss von der Mittellinie überraschte Küng sowohl Freund, Feind als auch die Lokalpresse und markierte seinen fünften Scorerpunkt an diesem Wochenende. Kurz vor der zweiten Drittelspause durften sich die Limmattaler abermals mit einem Feldspieler mehr versuchen, scheiterten allerdings mehrmals eher am eigenen Unvermögen als am Gegenspieler. Bis anhin machten leider wie auch schon öfters in dieser Saison die Special-Teams den Unterschied auf der Anzeigetafel.
Dieser Umstand konnte im letzten Drittel leider auch nicht mehr geändert werden. Zunächst blieb auch die dritte Überzahlsituation ungenutzt, ehe die Hausherren innert rund 3 Minuten zum vorentscheidenden 8:4 erhöhten. Das Time-Out in der 53. Minute brachte leider nur bedingt den gewünschten Erfolg. Zunächst markierten die Gastgeber den neunten Treffer ins verlassene Limmattaler-Tor, ehe Halter rund fünf Minuten vor Spielschluss auf ein cleveres Zuspiel Hasenböhlers von hinter der gegnerischen Grundlinie nochmals verkürzte. Zu mehr sollte es aber an diesem Sonntag nicht mehr reichen.
Zumal die drei gewonnenen Punkte durchaus als Erfolg gewertet werden können, hatten sich die Limmattaler nach dem Sieg am Samstag sicher mehr erhofft. Und auch wenn sich die Qualifikation langsam dem Ende zuneigt, stehen noch drei entscheidende Spiele für die Limmattaler auf dem Programm. Das positive an diesen ist sicherlich, dass dreimal vom Heimvorteil profitiert werden kann. Am kommenden Sonntag um 16:00 Uhr findet das Duell gegen den Tabellennachbarn und letztjährigen Playout-Gegner Davos statt. Die Partie steigt wieder einmal in der Zentrumshalle in Urdorf. Auf zahlreiche und lautstarke Unterstützung freut sich die gesamte Mannschaft!