Herren NLB: Die Lage spitzt sich zu

Spielbericht

Die Doppelrunde kurz vor Weihnachten zeigt sich wegweisend für den weiteren Saisonverlauf der Limmattaler.

Denn mit Unihockey Langenthal Aarwangen und dem UHC Grünenmatt standen zwei direkte Gegner im Kampf um einen möglichen Playoffplatz auf dem Spielplan. Mit Punkten aus diesen beiden Spielen durften sich die Limmattaler ernsthafte Hoffnungen machen. Gibt es eine Nullrunde, würden die Chancen auf den direkten Ligaerhalt deutlich geschmälert werden.

Am Samstag ging es in der heimischen Zentrumshalle gegen die Oberaargauer aus Langenthal. Im Hinspiel mussten sich die Urdorfer knapp in der Verlängerung geschlagen geben, nachdem man zwischenzeitlich mit drei Toren in Führung lag. Zusätzlich fiel in jenem Hinrunden-Spiel auch noch die grosse Flügelhoffnung Galstererer verletzt aus (dieser soll gemäss Gerüchten früh im kommenden Jahr sein Comeback anstreben).

Die Limmattaler starteten engagiert in die Partie, mussten jedoch in der sechsten Minute nach einem unglücklich abgelenkten Weitschuss einen frühen Rückstand hinnehmen. Doch davon liessen sich die Mannen von Spahija nicht gross beirren. Bereits rund drei Minuten später reagierte Küng nach einem Schuss von Siegenthaler am schnellsten und verwandelte zum verdienten Ausgleich. Und keine ganze Zeigerumdrehung später stand Frei goldrichtig, um nach einem Abpraller nur noch einschieben zu müssen. In der 14. Minute nutzte die Flügelzange Küng/Zahner eine Ungenauigkeit in der gegnerischen Defensive eiskalt aus und erhöhten auf 3:1. Die Führung sicher nicht unverdient, jedoch zeigten auch die Berner Gegner mehrmals ihre Klasse und erspielten sich einige Torchancen, welche jedoch entweder vergeben oder von A. Maurer im Tor der Limmattaler zunichte gemacht wurden. Damit gingen die ersten 20 Minuten an die Hausherren.

Diesmal verschliefen die Urdorfer den Start ins Mitteldrittel nicht so schlimm wie auch schon. Zwar musste man den Gästen ein wenig mehr Spielanteile zugestehen, umgemünzt konnte dieser jedoch, insbesondere auch dank eines hervorragend aufspielenden A. Maurers, nicht werden. Erst in kurz vor Spielmitte, als S. Maurer auf die Strafbank geschickt wurde, erzielten die Langenthaler in Überzahl den Anschlusstreffer. Dieser Torerfolg sorgte für ein wenig Aufschwung und so kamen die Gäste in der 30. Minute nach einem Standard zum Ausgleich. Die Partie wog nun hin und her. So durften auch die Limmattaler in der 32. Minute ihr Powerplay aufziehen. Dieses benötigte gerade einmal 20 Sekunden, ehe ein sehenswerter Querpass Schaubs Schaufel fand, von welcher die Kugel ins Netz spediert wurde. Doch die erneute Limmattaler Führung hielt nicht bis zur zweiten Sirene. Ein unglückliches Eigentor sorgte für den erneuten Ausgleich.

Das Schlussdrittel startete denkbar ungünstig für die Hausherren. Noch in der 41. Minute konnten die Langenthaler zum zweiten Mal an diesem Abend in Führung gehen. Nur wenige Augenblicke später ergab sich für die Limmattaler jedoch sogleich die nächste Chance in Überzahl zu agieren, um den Ausgleich zu realisieren. Allerdings verstrich diese ungenutzt. In der 46. Spielminute wanderte dann wiederum ein Akteur der Gäste auf die Strafbank und diesmal stach das Powerplay der Limmattaler zu. Wiederum liess sich Zahner als Assistgeber auf dem Matchblatt eintragen, doch diesmal schloss Halter sein Zuspiel erfolgreich zum 5:5 ab. Die Unihockeygötter wollten den Limmattalern an diesem Abend aber nicht hold gestimmt sein. Denn in der 55. Minute fand ein Prellball irgendwie seinen Weg durch die gesamte Limmattaler Abwehr zu einem Langenthaler, welcher mit einem «once in a lifetime»-Volley auf 5:6 stellte. Damit schien das Spiel vorentschieden. Obwohl noch genügend Zeit auf der Matchuhr stand, mussten die Limmattaler nun offensiver agieren, was die ausländischen Verstärkungsspieler der Berner eiskalt zu einem weiteren Treffer ausnützten. Damit waren die lange hoffnungsvollen Urdorfer ein wenig von der Rolle und mussten kurz vor Spielende noch eine Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Feld hinnehmen. Diese konnten die Langenthaler zwar nicht ausnutzen, doch trafen sie kurz vor Spielende noch ins verwaiste Tor der Hausherren.

Viel Zeit sich mit dieser Niederlage zu befassen, blieb den Limmattalern nicht. Denn weniger als 24 Stunden später, hiess es auswärts gegen die Mätteler in Sumiswald anzutreten.

Im Gegensatz zum Vortag konnten die Limmattaler zunächst vorlegen. Simon Frei fasste sich ein Herz und erzielte rund 90 Sekunden nach Spielbeginn mit einem platzierten Weitschuss das 0:1. Diese Führung hielt dann bis nach Drittelshälfte bestand, ehe die Hausherren ihrerseits mit einem Weitschuss nach einem Freistoss, kombiniert mit einem suboptimalen Wechsel der Limmattaler, ausgleichen konnten. Die Partie gestaltete sich sowohl auf der Anzeigetafel wie auch dem Spielfeld äusserst ausgeglichen. In der 14. Minute jubelten zunächst die Limmattaler nach einer schönen Kombination von Zahner und Küng, ehe die Sumiswalder Hausherren gerade einmal 6 Sekunden später wieder ausglichen. Das letzte Wort im Startdrittel hatten allerdings schliesslich die Limmattaler. Zahner reagierte nach einem Abschluss seines Verteidigers Pfau blitzschnell und stellte den Score auf 2:3.

Der Pausentee schien keinem der beiden Teams besonders gut bekommen zu sein. Konnte sich doch niemand einen offensichtlichen Vorteil erspielen. So dauerte es bis in die 26. Minute, ehe sich Friedli auch noch auf der Torschützenliste einschrieben liess. Doch wie schon im ersten Drittel, hielt die zwischenzeitliche 2:4 Führung nicht lange bestand. Diesmal verstrichen 18 Sekunden, ehe die Hausherren zum Anschlusstreffer kamen. Und kurz nach Spielhälfte jubelten die Mätteler gleich noch einmal. Während alles auf einen ausgeglichenen Pausenscore herauslief, bewahrheitete sich dieser jedoch nicht. Nachdem Peraro wegen eines Stockschlages auf dem Straf-Beach-Klappstuhl platznehmen musste, gingen die Berner kurz vor der Sirene zum ersten Mal an diesem Abend in Führung.

Die Entschlossenheit der Limmattaler, dieses Spiel nochmals zu drehen und mit Punkten die Heimreise anzutreten, war den Spielern nach der Pause anzusehen. So war es auch nicht verwunderlich, dass ein Doppelschlag in der 47. und 48. die Urdorfer wieder in Front brachten. Zunächst lancierte Frei, S. Maurer, welcher sehenswert im rechten oberen Eck verwandelte, ehe wenige Augenblicke später Schaub den gegnerischen Verteidigern entwischte und seinen Sololauf mit dem 5:6 krönte. Aber die Limmattaler wären ja diese Saison nicht die Limmattaler, wenn auch dieser hart erarbeitete und durchaus verdiente Spielstand noch irgendwie aus der Hand gegeben werden sollte. Und so kam es dann auch. Zuerst in der 57. und schlussendlich gar in der 60. Minute erzielten die Hausherren je einen Treffer, womit auch diese Partie mit einer Nullnummer aus Sicht der Limmattaler zu Ende ging.

Die Pause über die Festtage kommt für die Urdorfer vielleicht gerade zum richtigen Zeitpunkt. So gilt es einerseits die Köpfe zu lüften und andererseits wieder frische Energie und Willen zu tanken, die restliche Qualifikation noch erfolgreich zu gestalten. Gross rechnen bringt nun auch nichts mehr, denn die Punkte müssen mit viel Einsatz und Leidenschaft auf dem Platz erspielt werden. Die erste Chance im neuen Jahr gibt sich den Limmattalern am 10.01.2026 zuhause in Urdorf gegen die bestens bekannten Fribourger. Dass die Westschweizer ein gern gesehener Gast im Limmattal sind, muss wohl niemandem zum wiederholten Male auf die Nase gebunden werden. Die Partie wird um 18.00 Uhr angepfiffen. Auf wiederum so lautstarke und antreibende Stimmung wie im vergangenen Jahr freut sich die gesamte Mannschaft!

27.12.2025
Flavio Schneider
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