Die Limmattaler gewinnen ein knappes Spiel 4 und erzwingen damit die Finalissima im Emmental.
Den zweiten Matchball der Mätteler mussten die Limmattaler in der heimischen Arena in Urdorf verteidigen. Gelingt dies kommt es am kommenden Sonntag zum alles entscheidenden Spiel 5 der Serie in Sumiswald.
Gewohnt kontrolliert und mit wenig überstürmten Vorstössen begannen die beiden Teams die Partie. Aufgrund interkontinentaler Nationalmannschafts Überschneidungen liefen die Urdorfer mit leicht angepassten Linien als noch vor Wochenfrist auf. In den Startminuten verzeichneten die Hausherren gleich zwei hervorragende Torchancen, welche jedoch ungenutzt blieben. So waren es die Gäste, welche in der 5. Minute einen Fehlpass der Limmattaler im Spielaufbau eiskalt zum 0:1 ausnutzten. Und nur wenige Augenblicke später fand ein Weitschuss der Mätteler ebenfalls seinen Weg hinter die Linie. Abermals mit einer frühen Hypothek konfrontiert liessen sich die Urdorfer allerdings nicht beirren und blieben ihrem Gameplan treu. Mit dem bereits fortgeschrittenen Drittelsverlauf kamen die Limmattaler in der 16. Spielminute zu ihrem zweiten Überzahlspiel der ganzen Serie. Auch in der Powerplayformation ergaben sich Wechsel, die sich sogleich auszahlten. Hasenbühler [sic!] nutzte den ihm zugestandenen Platz und erzielte mit einem platzierten Schuss den Anschlusstreffer zum 1:2. Mit diesem Zwischenresultat verabschiedeten sich die Teams dann auch zur ersten Pause.
Der Start ins Mitteldrittel hätte nicht besser für die Urdorfer laufen können. Nach einer Freistossvariante spedierte Galstererer die Kugel backhand vor die Kiste, wo Bär im Nachstochern nach gerade einmal 17 Sekunden nach Wiederanpfiff den Ausgleich erzielte. Wiederum nach einer Standardsituation konnten die Urdorfer in der 26. Minuten zum ersten Mal an diesem Abend in Führung gehen. Das Duo Hasenböhler-Zahner schaltete geistesgegenwärtig und nach einem präzisen Pass auf die Schaufel Zahners, konnte dieser zum 3:2 einschiessen. In der Folge kam es zu einer regelrechten Strafenflut. Die zunehmend hitziger geführte Partie, sowie die an vielen Stellen nicht nachvollziehbare Spielführung der Unparteiischen entlud sich in einigen überharten Szenen, welche einen geregelten Spielfluss verunmöglichten. Die Limmattaler überstanden zunächst die Zeit im Unterzahlspiel unbeschadet. Für eine kurze Zeit ging es dann mit vier gegen vier Feldspielern weiter, ehe die Hausherren erneut mit einem Mann weniger auf dem Feld auskommen mussten. Zwar hatten beide Teams einige gute Torchancen, zog auch diese Situation keine Konsequenzen auf der Anzeigetafel nach sich. Erst als sich die Urdorfer abermals in Unterzahl wiederfanden, brachten es die Gäste fertig nach exakt 33 gespielten Minuten zum 3:3 auszugleichen. Und gerade mal eine Minute später durfte sich das Mätteler Powerplay zum dritten Mal an diesem Abend installieren. Diesmal konnten die Urdorfer allerdings einen weiteren Gegentreffer verhindern, womit es mit einem ausgeglichenen Score zur zweiten Pause ging. Der egalitäre Spielstand zeigte durchaus das Gezeigte auf dem Platz. Die Limmattaler verzeichneten vielleicht ein kleines Chancenplus, aber auch die Gäste hatten ihre Möglichkeiten den Score ihrerseits zu erhöhen.
Das Schlussdrittel hätte aus Sicht der Limmattaler und ihrer zahlreichen Anhänger nicht viel besser laufen können. In der 42. Minute spedierte der neu eingewechselte Schaub auf Zuspiel von Hasenböhler die Kugel in den gegnerischen Slot. Der dort wartende Peraro verwandelte backhand aus nächster Nähe zur 4:3 Führung der Gastgeber. In der Folge hatten die Limmattaler die besseren Chancen die Führung zu erhöhen als die Mätteler zum Ausgleich. Doch dieser sollte in der 47. Minute trotz aller Bemühungen der Limmattaler doch fallen. Nach einem langen und kräftezehrenden Einsatz fanden die Berner schlussendlich eine Lücke und schoben zum 4:4 ein. Entgegen allen bisherigen Spielverläufen in dieser Serie spielten nun beide Mannschaften mit offenem Visier. So kamen beide Teams zu zahlreichen Torchancen. Auch U21-Junior Züger, welcher zum ersten Mal ein volles NLB-Spiel absolvierte, scheiterte mit einem Abschluss nur knapp am Tor vorbei. In der 53. Minute war es Peraro, welcher vehement nachsetzte und damit einen Ballverlust der Berner provozierte. Diesen nutzte er sogleich aus und bediente den mittig bereitstehenden Schaub. Dieser zögerte keine Sekunde und verwandelte zum 5:4. Keine Zeigerumdrehung später musste sich zum wiederholten Male das Limmattaler Boxplay aufstellen. In diesem abonnierten die Mätteler abermals das Glück der Unihockeygötter, als ein Abpraller via Stock hinter die Linie im Kasten Maurers kullerte. Das Spielgeschehen wogte bis zum Ablauf der regulären Spielzeit noch hin und her, ohne dass sich eine Mannschaft einen klaren Vorteil erspielen konnte. Auch der letzte Abschluss Bärs wenige Sekunden vor der Sirene fand sein Ziel leider nicht. Damit musste zum dritten Mal in dieser Serie der Sieger in der Overtime ausgemacht werden.
Die Gäste zogen auch hier wieder ihr gewohntes, risikoarme und langweilige Aufbauspiel auf. Anscheinend pokerten sie von Minute eins der Verlängerung auf ein allfälliges Penaltyschiessen. Neben vereinzelten harmlosen Abschlüssen auf beiden Seiten gab die Startphase der Verlängerung nicht viel her. Bis Galstererer in der 65. Minute die Kugel konsequent nicht aufgeben wollte und bis hinter die gegnerische Grundlinie seinen Zweikampf fortführte. Von dort spedierte er das Spielgerät nach dem Motto «Da wird schon irgendwo einer stehen» in den Slot der Berner. Dort verfehlten sowohl Limmattaler Stürmer als auch Mätteler Schlussmann den Ball, ehe der heranstürmende Verteidiger Siegenthaler seine Chance nutzte und via Pfosten zum Siegtreffer einnetzte. Dass dies zugleich der erste Treffer Siegenthalers im Dress des Fanionteams darstellt, ist noch die Kirsche auf der Torte.
Damit geht die äusserst Spannende Playoutserie in eine verdiente Belle. Beide Mannschaften bewegen sich auf absoluter Augenhöhe und Nuancen machen schlussendlich den Unterschied aus. Erfreulich aus Limmattaler Sicht zeigt sich, dass auch mit durchmischten Linien und einem 19-jährigen Junior, welcher eine großartige Leistung aufs Parkett legte, der Sieg in Urdorf behalten werden konnte. Der Höhepunkt der Serie steigt somit am kommenden Sonntag, 29.03. um 17:00 Uhr im Forum Sumiswald. In diesem entscheidet sich, wer in die Ehrenrunde gegen einen Vertreter der 1.-Liga begeben muss. Auf zahlreiche und lautstarke Unterstützung in der Ferne freut sich die gesamte Mannschaft!