Herren NLB: Fehlstart gleich wieder ausgebügelt

Spielbericht

Die Serie um den Verbleib Limmattals in der zweithöchsten Schweizer Liga startete gleich mit einer Doppelrunde am vergangenen Wochenende.

Mit dem Team aus Bassersdorf-Nürensdorf stand den Urdorfern ein altbekannter Gegner gegenüber. Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften liegt zwar rund vier Jahre zurück, bekannte Gesichter von damals sah man allerdings in beiden Reihen.

Da die unterklassige Mannschaft in den Auf-/Abstiegsspielen bekannterweise mit dem Heimrecht aufspielen darf, pilgerten die Limmattaler am Samstag nach Nürensdorf ins Hatzenbühl. Dank zahlreicher mitgereister Fans verwandelte sich die für die Zuschauenden eng bemessene Halle schnell in ein lautes Tollhaus.

Beide Teams agierten zu Beginn äusserst verhalten. Ob dies an der Nervosität lag oder an der ungewohnten Spielstätte sei mal dahingestellt. Insbesondere die Limmattaler taten sich schwer mit dem Ball in den eigenen Reihen etwas Kreatives auf die Beine zu stellen. Ein ums andere Mal versprang ein Pass, oder die Lösung nach vorne hatte mehr Hoffnung als eine durchdachte Idee als treibende Kraft. Die Bassersdorfer liessen sich indes nicht gross beunruhigen, lösten ruhig, wenn auch sehr zögerlich aus. Diese Überlegenheit sollte sich in der 7. Minute auszahlen, als ein Querpass den freistehenden Keller fand, der satt zum 1:0 für die Unterländer einschoss. Die Urdorfer waren bis zur ersten Pause zu keiner wirklichen Reaktion imstande. Zu ungefährlich waren die meist aus der Distanz versuchten Abschlüsse.

Dieses Bild sollte sich auch im Mitteldrittel nicht ändern. Zwar liessen sich zuweilen einige Anzeichen eines überlegten Spielaufbaus erkennen, doch etwas zählbares sollte nicht herausschauen. In der 24. und 31. Minute mussten die Limmattaler je für zwei Minuten in Unterzahl agieren. Das Powerplay der Hausherren trat allerdings ebenso harmlos auf, wie die NLB-Vertreter aus Urdorf. Den winzigen Vorsprung nahm UBN natürlich dankend mit ins letzte Drittel.

In diesem zeigten die Limmattaler erstmals, dass sie dieses Spiel ebenfalls gewinnen wollten. Eine hervorragende Möglichkeit zum Ausgleich bot sich in der 45. Minute an, als das Limmattaler Powerplay zum ersten und einzigen Mal Posten bezog. Doch der erste Urdorfer Torerfolg in dieser Serie liess noch ein wenig auf sich warten. Noch viel schlimmer war, dass just nach Ablauf der Strafe ein unglücklicher Fehlpass genau seinen Weg in die Schaufel eines heranstürmenden Bassersdorfer fand, welcher eiskalt auf 2:0 erhöhte. Statt des Ausgleichs rannten die Limmattaler nun einem doppelt so hohen Rückstand hinterher. Doch zwei Tore sind im Unihockey bekanntlich nicht viel. In der Schlussviertelstunde erhöhten die Limmattaler nun deutlich das Tempo, womit die Hausherren ihre liebe Mühe bekundeten. In der 48. Minute gelang der langersehnte erste Treffer, nachdem Peraro ein Geschenk der Bassersdorfer Verteidigung annahm und eiskalt auf 2:1 verkürzte. Die Druckphase der Urdorfer verleitete den UBN-Staff in der 52. Minute ein frühes Time-Out zu nehmen. Die erhofft bremsende Wirkung ebendieses hielt sich allerdings in Grenzen. Gerade einmal rund 40 Sekunden später führte die ehemalige Limmattaler Junioren-Garde einen Vorzeigekonter vor. Bär fing einen Gegenstoss ab, legte kurz zurück auf Friedli, welcher ohne zu Zögern den Doppelpass vollendete. Nach diesem musste Bär nur noch quer zum freistehenden Galsterererer legen, welcher den mittlerweile durchaus verdienten Ausgleich erzielte. Die Partie spitzte sich so langsam, aber sicher einer heissen Schlussphase zu. Das Tempo auf dem Spielfeld war nun mit den ersten zwei Spielabschnitten nicht mehr zu vergleichen. Die Nachvollziehbarkeit, weshalb in dieser engen Phase dann eine äusserst kontroverse Zeitstrafe gepfiffen wurde, bleibt wohl nur den Unihockeygöttern vorbehalten. Das dritte Powerplay der Gastgeber konnte in der 58. Minute dann schlussendlich reüssieren und stellte damit die Limmattaler unter Zugzwang. Mit einem Feldspieler mehr anstelle des späteren Bestplayers Maurer wurde zwar noch versucht eine Verlängerung zu erzwingen. Dies gelang allerdings nicht mehr, womit die Bassersdorfer mit einem Empty-Netter in der 60. Minute die Niederlage der Urdorfer besiegelten.

Dass das am Samstag Gezeigte bei weitem nicht ausreicht und sich die Limmattaler deutlich unter Wert verkauften, war allen Akteuren ins Gesicht geschrieben. Der einzige Hoffnungsschimmer war, dass selbst nach 40 miserablen Spielminuten auch dank eines hervorragend aufspielenden Maurers lediglich ein 1:0 von der Anzeigetafel flackerte. Dennoch war eine sofortige Reaktion notwendig, wollte man nicht bereits nach den ersten zwei Spielen mit dem Rücken zur Wand stehen, wie es in der Playout-Serie gegen Grünenmatt der Fall war.

Rund 16 ½ Stunden nach Schlusspfiff standen sich die beiden Teams nämlich bereits wieder gegenüber. Diesmal in der Zentrumshalle Urdorf, welche gut gefüllt eine heisse Kulisse versprach.

Die Sonntagspartie schien auf der einen Seite zunächst ähnlich wie am Vortag zu verlaufen. Denn UBN versuchte zwar erneut ein ruhiges Spiel zu erzwingen, doch das Energielevel, welches Limmattal auf den Platz brachte, liess ein solches nicht wirklich zu. Doch gleich zu Beginn der Partie mussten die Gastgeber einen herben Rückschlag in Kauf nehmen. Vortagestorschütze Galsterer zog sich im ersten Einsatz abermals eine Muskelverletzung zu, welche ein weiteres Mittun am Sonntag verunmöglichte. Der Auftritt der Urdorfer liess sich in keiner Weise mit dem Abend zuvor vergleichen. Deutlich mehr Elan und Wille war auf Seite der Hausherren auszumachen. Dennoch waren es die Gäste, welche wiederum in der 7. Minute in Führung gehen konnten. Swales nutzte den ihm grosszügig überlassenen Platz aus und netzte überlegt zum 0:1 ein. Doch diesmal hatten die Limmattaler eine Antwort bereit. Zwar scheiterten zuerst Schindele und Zahner mit ihren Abschlüssen, doch in der 13. Minute war es Küng, welcher die Kugel nach einem Weitschuss über die Linie drückte. Und keine 40 Sekunde später störte Peraro geschickt im gegnerischen Spielaufbau, womit Zahner sich die Kugel erlaufen konnte und blitzschnell wieder zu Peraro herauslegte. Dieser verwandelte dann eiskalt im nahen Eck zum 2:1 Führungstreffer. Ein animiertes Startdrittel ging mit diesem Zwischenresultat zu Ende. Die Gäste aus dem Unterland tauchten dann gefährlich vor Maurer auf, wenn sie einen schnellen Konter ausspielen durften. Ansonsten begingen sie zwar wenige Fehler, vielversprechendes schaute dabei allerdings eher weniger heraus.

Auch den Start ins zweite Drittel fanden die Limmattaler besser. Bereits nach zwei Zeigerumdrehungen fand Ingold den in der Pocket freistehenden Friedli, welcher mit seinem Signature-Schuss via Pfosten die Führung ausbaute. Bassersdorf fand auch nach diesem Treffer noch nicht wirklich ins Spiel und dennoch verzeichneten sie in der 24. Minute einen vorzüglichen Lattenknaller. Doch zwei Minuten später lancierte Schaub seinen Verteidiger Schindele nach einem abgefangenen Zuspiel, und dieser reüssierte wie zuvor Peraro im nahen Eck. Das zwischenzeitliche 4:1 bewegte den Coachinstaff von UBN zu einem noch früheren Time-Out als noch am Vorabend. Abermals zeigte dieses nur bedingt Wirkung. In der 28. Minute konnte sich das Powerplay der Urdorfer aufstellen und gleich mehrmals prüften sie den gegnerischen Schlussmann, ohne jedoch zu reüssieren. Und während die Strafe zwar bereits verstrichen war, nutzten Zahner und Halter die noch vorherrschende Verwirrung in der Bassersdorfer Verteidigung aus und kombinierten sich geschickt durch diese hindurch. Halter fand Schlussendlich den völlig freistehenden Zahner, der auf 5:1 erhöhte. Nach Spielhälfte liessen auch die Gäste dann wieder ein wenig von sich hören. Nach einer schnell und schnörkellos vorgetragenen Ballstafette netzten sie zum zweiten Mal an diesem Abend ein. Das Spieldiktat gaben die Limmattaler allerdings nie aus der Hand. Kurz vor der zweiten Sirene wurde Friedli zum wiederholten Male des Bodenspiels bezichtigt, weshalb die Limmattaler bis zum Pausentee vermehrt mit Verteidigen beschäftigt waren. Doch Schindele passte dies gar nicht, worauf er sogleich mit einem Sololauf in Richtung des gegnerischen Tores losstürmte. Und obwohl er nur regelwidrig gestoppt werden konnte, durfte das Bassersdorfer Powerplay weiteragieren. Doch zu einem weiteren Torerfolg sollte es nicht mehr kommen.

Im Schlussdrittel setzten die Gäste verständlicherweise alles auf eine Karte und versuchten die Limmattaler nun noch früher im Spielaufbau zu stören. Dies gelang zwar teilweise, forderte allerdings auch je länger, je mehr die Kräfte der zwei noch aktiven Bassersdorfer Linien. Mittlerweile beanspruchten die Unterländer deutlich mehr Spielanteile als noch in den ersten zwei Dritteln, doch Kapital konnten sie lange Zeit nicht daraus schlagen. Erst in der 49. Minute vermochten sie nach eine Druckphase auf 5:3 zu verkürzen. Das Spiel ging nun in seine ausgeglichenste Phase. Dem Anstürmen der Gäste entgegneten die Limmattaler mehrmals mit einem cleveren Pass in die Tiefe, wo zuweilen etwas die Genauigkeit im Abschluss fehlte. In der 56. Minute konnte sich Friedli aus der Umklammerung seines Gegenspielers lösen und konnte nur noch regelwidrig am Abschluss gehindert werden. Der Gefoulte lief dann gleich selbst zum resultierenden Penalty an und verwandelte diesen diskussionslos und äusserst sehenswert. Als Antwort auf diesen Treffer ersetzten die Bassersdorfer ihren Torhüter mit einem weiteren Feldspieler. Zwar erspielten sie sich dadurch noch vereinzelte gute Abschlussmöglichkeiten, doch den Schlusspunkt setzte in der 58. Minute Friedli mit seinem Hattrick ins verwaiste Gehäuse.

Damit findet dieses Wochenende doch noch ein versöhnliches Ende. Den Fehlstart in Spiel 1 konnte postwendend ausgebügelt werden und mit einer konzentrierten und engagierten Leistung über drei Linien, liess man am Sonntag nichts anbrennen.

Damit geht diese Serie am kommenden Wochenende in die zweite Runde. Wiederum steht am Samstag ein Auswärtsspiel in Nürensdorf (18.00 Uhr, Turnhalle Hatzenbühl) und anschliessend am Sonntag das Heimspiel in Urdorf (16.00 Uhr, Zentrumshalle) auf dem Plan. Die Mannschaft, welche am Samstag das bessere Ende für sich beansprucht, erspielt sich einen vorzeitigen Matchball, welcher gleich am Folgetag verwandelt werden kann. Die Limmattaler haben es sich auf die Fahne geschrieben eine Wiederholung des Auftritts im ersten Spiel tunlichst zu vermeiden. An der Unterstützung lag es am vergangenen Wochenende sicherlich nicht. Deshalb freut sich die gesamte Mannschaft auf wiederum zahlreiche und lautstarke Unterstützung. Dabei lohnt sich eine frühe Anreise am Samstag, da die Plätze auf den Rängen stark beschränkt sind.

Gueti Genesig Galsti!

13.4.2026
Flavio Schneider
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