Nach der kurzen «Winterpause» starteten die Limmattaler in Urdorf gegen Fribourg ins neue Jahr.
Oftmals im vergangenen Jahr brachten es die Limmattaler nicht fertig, drei gute Drittel aneinander zu reihen. Ob das Köpfe lüften während der Trainingspause zwischen den Feiertagen einen positiven Effekt auf die Urdorfer hatte, mussten sie am vergangenen Samstag zum ersten Mal unter Beweis stellen. Gleichzeitig verabschiedet sich der ältere Maurer-Bruder nach diesem Spiel in entfernte Lande, womit sein kurzzeitiger Ausflug aufs Limmattaler Matchblatt leider bereits frühzeitig beendet wird.
Schon bald nach Anpfiff wurde den zahlreichen Zuschauenden in der Zentrumshalle klar; das könnte noch ein langer Abend werden. Bereits mit erst drei Minuten auf der Matchuhr jubelten die Gäste aus der Westschweiz nach einem Flipperkastentor zum ersten Mal. Eine direkte Reaktion wurde nur kurze Zeit später durch die erste Strafe gegen einen Urdorfer Akteur unterbunden. Das statistisch gesehen schlechteste Powerplay der Liga machte seinem Namen allerdings alle Ehre, weshalb es bald wieder mit numerischer Gleichzahl weiter ging. Dies schien den Üechtländern aber entgegenzukommen. Mit einem Doppelschlag in der 8. Spielminute schraubten sie den Score auf 0:3 hoch. Keine Zeigerumdrehung später durfte schliesslich auch das statistisch zweitschlechteste Powerplay sein Glück versuchen, nachdem ein Fribourger in die Kühlbox geschickt wurde. Aber gleich wie zuvor konnte auch diese Überzahlsituation nicht in etwas Zählbares umgemünzt werden. So ging es danach wieder im gleichen Fahrwasser weiter. Fribourg war ein ums andere Mal einen Schritt schneller und es sah fast so aus, als wären einige Limmattaler immer noch am Kopf lüften. Zu einfach kamen die Gäste in gute Abschlusspositionen, welche sie äusserst effizient ausnutzten. Das zwischenzeitliche 0:5 in der 18. Minute veranlasste den Coachingstaff Spahija/Stillhart schliesslich ein frühes Time-Out zu nehmen. Dieses bewirkte immerhin, dass bis zur Sirene keine weiteren Gegentore hingenommen werden mussten.
Die Hypothek nach den ersten 20 Minuten damit schon ziemlich hoch und das Gezeigte auf dem Platz versprach noch nicht wirklich Besserung. Nachdem das Comeback des mittlerweile wieder genesenen Galsterer nach einem Drittel aus Vorsichtsgründen bereits wieder beendet wurde, starteten die Limmattaler mit leicht veränderten Linien ins Mitteldrittel. Die Drittelspause schien der Fribourger Tormaschinerie kein Sand ins Getriebe gestreut zu haben. Denn keine 90 Sekunden nach Wiederanpfiff erhöhten die Gäste nach einer schnellen Passkombination auf 0:6. Kurz konnte man auf einigen Limmattalern Gesichtern einen leichten Anflug von Konsternation ausmachen. Doch Aufgeben war natürlich keine Option. Auch dann nicht, als sich Schindele bei einem unglücklichen Aufprall seine Hand so stark verletzte, dass er nicht mehr mittun konnte. Wiederum mit neuen Linien auf dem Feld stabilisierte sich die Limmattaler Defensive langsam, aber sicher. Zwar musste kurz vor Spielhälfte das ernüchternde 0:7 hingenommen werden, doch zu mehr kamen die Westschweizer nicht mehr. Mittlerweile tauchten auch die Hausherren des Öfteren gefährlich vor dem gegnerischen Kasten auf. Aber zum ersten Torerfolg sollte es noch nicht reichen, zumal Schneider kurz vor der zweiten Sirene nach einem überharten Einsteigen noch für zwei Minuten zum Nachdenken geschickt wurde.
Mit dem fast unüberwindbaren Berg von 7 Toren konfrontiert wechselten die Limmattaler in den «Verzweiflungsmodus». Mit dieser neugefundenen Attitüde kamen dann auch plötzlich die Tore. Zunächst luchste Küng einem gegnerischen Verteidiger die Kugel ab und versenkt diese sogleich halbhoch im weiten Eck. Wenige Augenblicke später scheiterte Ingold im Block, ehe er mit cleverer Übersicht den Abpraller zu Halter spitzelte, welcher souverän zum 2:7 einschoss. Nachdem die Limmattaler weiter die gefährlichere Mannschaft waren, wollten die Coaches der Fribourger nichts anbrennen lassen und nahmen in der 47. Minute ihrerseits eine Auszeit für ihr Team. In der Schlussphase durften die Limmattaler sogar noch zweimal in Überzahl agieren, doch waren es die in Unterzahl agierenden Fribourger, welche für den letzten Torerfolg des Abends sorgten.
Die diskussionslose Niederlage gegen die damit drittplatzierten Fribourger geht angesichts des Gezeigten in Ordnung. Zu schnell und effizient waren die Westschweizer Gäste vor allem im ersten Drittel. Hoch anzurechnen ist den Limmattalern jedoch, dass einerseits trotz zeitweiser aussichtsloser Lage nicht aufgegeben wurde sowie andererseits das letzte Drittel gar gewonnen werden konnte. Eine Errungenschaft, welche den Limmattalern seit dem Heimsieg gegen Pfannenstiel vor rund drei Monaten nicht mehr gelang.
Die nächste Möglichkeit wieder Punkte einzufahren, bietet sich den Urdorfern am nächsten Samstag im weit entfernten Tenero gegen die Regazzi Verbano UH Gordola. Auch wenn mathematisch noch alles möglich ist, zieht sich die Playout-Schlinge langsam, aber sicher zu. Wollen die Limmattaler ihr Ziel noch in Reichweite halten, müssen nun unbedingt Punkte aufs Konto fliessen.