Herren NLB: Krimi im Emmental

Spielbericht

Die Playouts starteten für die Limmattaler am vergangenen Sonntagabend mit einem schwierigen Auswärtsspiel in Sumiswald.

Für beide Teams geht’s in der Crunchtime nun ums Eingemachte. Die Mätteler, welche vor rund 10 Jahren noch in der höchsten Liga des Landes ihre Spiele bestritten, finden sich nach einer Saison mit Playoffteilnahme wieder im Abstiegskampf. Für die Limmattaler ist es die zweite Saison in Folge, in welcher mindestens eine Extrarunde für den Ligaerhalt notwendig ist. In der Qualifikation konnten die Emmentaler zweimal das bessere Ende für sich beanspruchen, doch zeigt die Formkurve der Urdorfer im direkten Vergleich eher nach oben, als jene der Berner.

Die Teams starteten relativ verhalten in die Partie. Die ersten 20 Minuten waren geprägt von taktischem Abtasten. Beide Teams kamen zwar zu vereinzelten Abschlüssen, doch insgesamt war das Gezeigte auf beiden Seiten zu wenig zwingend. Die Limmattaler verzeichneten sich allerhöchstens bei der Anzahl Torchancen ein kleines Plus. Doch zu erfolgreichen Abschlüssen sollte es im Startdrittel nicht kommen. Die Hausherren sicherten sich derweilen den grösseren Spielanteil mit Ball, wussten diesen aber nicht in etwas gescheites umzumünzen.

Im Mitteldrittel ging es dann aber schon wenige Augenblicke nach Wiederanpfiff, es verging noch nicht mal eine ganze Zeigerumdrehung, los mit dem Toreschiessen. Nach einer Misskommunikation der Limmattaler Verteidigung musste Lüthi nur noch zum 1:0 für die Gastgeber einschiessen. Auf diesen Rückstand hatten die Urdorfer allerdings postwendend eine passende Antwort bereit. So entwischte in der 23. Minute Galstererer dank seiner überlegenen Schnelligkeit während eines Konters den beiden gegnerischen Verteidigern und vollendete seinen Kraftakt passgenau zum verdienten Ausgleich. Der zweite Spielabschnitt muss in der Folge als zerfahren taxiert werden. Die Limmattaler zeigten sich um die Spielhälfte mit ausserordentlich grossen Mühen, sich aus der eigenen Platzhälfte zu lösen. Dies gelang den Hausherren zwar besser, allerdings war das probate Mittel stets ein Ball in die Ecke der Limmattaler, wo dann sogleich die grossen Ausgrabungen gestartet wurden. Dadurch hatten die beiden Schlussmänner nicht wirklich viel zu tun. Verirrte sich doch einmal ein Ball auf den Kasten waren aber beide stets zur Stelle. Als alles danach aussah, dass es mit dem ausgeglichenen Score zum Pausentee gehen würde, luden die Limmattaler Verteidiger ihre Gegenspieler jedoch erneut dazu ein, die Kugel über die Linie zu bugsieren. Mit ein wenig Glück oder auch vielleicht dem richtigen Torriecher stand Briggen auf Seiten der Mätteler goldrichtig und bekam das Spielgerät pfannenfertig vorgelegt. Der neuerliche Rückstand kurz vor der zweiten Drittelspause kam weder gegen noch mit dem Spielverlauf.

Die Limmattaler waren also wie oft in dieser Saison gefordert, einen Rückstand aufzuholen. Diese Aufholjagd gestaltete sich ab der 52. Minute noch ein wenig schwieriger, als den Bernern nach einem Ballgewinn tief in der Limmattaler Zone der dritte Treffer gelang. Mit noch knapp neun Minuten auf der Matchuhr nahmen die Urdorfer aber diese Challenge an. Keine Spielminute später schnappte sich Zahner die Kugel, zog um seinen Gegenspieler herum und erwischte den Schlussmann der Mätteler im nahen Eck. Mit dem Anschlusstreffer schien das Momentum ein wenig zu kippen. Und die Limmattaler dachten trotz langsam zerrinnender Spielzeit nicht ans Aufgeben. Dieser Biss wurde in der 58. Minute dann auch mit dem Ausgleichstreffer belohnt. Der vorherige Torschütze Zahner jagte sein Gegenüber auf dem ganzen Spielfeld nach, luchste jenem dann in der eigenen Platzhälfte den Ball ab und lancierte sogleich auch den Gegenstoss. Der mitgelaufene Peraro brachte sich in eine gute Abschlussposition, auf welcher er dann von Zahner bedient wurde. Während sich die meisten der zahlreich mitgereisten Limmattal-Anhänger auf eine Verlängerung einstellten, sollte es zu dieser leider nicht kommen. Exakt 22 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit profitierten die Mätteler abermals von einer kleinen Unachtsamkeit im Limmattaler Aufbauspiel. Der finnische Verstärkungsspieler der Berner liess sich eine solche Gelegenheit natürlich nicht nehmen und beendete die ausgeglichene Partie mit einem sehenswerten Abschluss.

Knappe Niederlagen sind sich die Limmattaler eigentlich schon von der laufenden Saison gewohnt, in einer Playout-Serie setzt eine derartige Niederlage jedoch einen spürbareren Stich als in einem normalen Qualifikationsspiel.

Die Berner haben mit dem Heimsieg knapp ihre Pflicht erfüllt. Den Limmattalern bietet sich die Chance dasselbe Kunststück zu vollziehen bereits am kommenden Sonntag in der Zentrumshalle in Urdorf. Bei einem Heimsieg der Equipe von Spahija/Stillhart ist die Serie wieder ausgeglichen und in Partie drei wäre alles wieder offen. Spiel zwei der Serie wird am 08.03.2026 aufgrund der weiterhin unzufriedenstellenden Hallensituation im Limmattal erst um 20.00 Uhr angepfiffen. Auf zahlreiche und lautstarke Unterstützung in der Zentrumshalle freut sich die gesamte Mannschaft.

4.3.2026
Flavio Schneider
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