Herren NLB: Limmattal mit Lebenszeichen

Spielbericht

Wollten die Urdorfer den frühzeitigen Gang in die Abstiegsspiele verhindern, musste in Sumiswald unbedingt ein Sieg her.

Nach den ersten zwei Partien, welche beide auf Messers Schneide entschieden wurden, standen die Urdorfer bereits mit dem Rücken zur Wand. 0:2 lag man in der Playout-Serie in Rückstand, und eine weitere Niederlage hätte den Umweg über die Abstiegsspiele bedeutet. Doch so weit sollte es vorerst nicht kommen.

Nachdem die Urdorfer vor Wochenfrist im dramatischen Penaltyschiessen den Mättelern unterlagen, musste bereits die zweite knappe Niederlage weggesteckt werden. Umso motivierter starteten die Zürcher im verschneiten Sumiswald in die Partie. Der erfreuliche Zug nach vorne im Spiel der Limmattaler wurde allerdings früh gedämpft, nachdem ein abgelenkter Weitschuss des Heimteams seinen Weg in die Maschen hinter Maurer fand. Vom frühen Rückstand liessen sich die Gäste allerdings nicht lange beirren und spielten munter gegen das teilweise hochstehende Pressing der Berner. Nach rund 6 Minuten fand der hinter der gegnerischen Grundlinie herumwieselnde Peraro im Slot Hasenböhler, welcher trotz knapp bemessenem Platz die Kugel über die Linie bugsieren konnte. In ähnlicher Manier konnten rund zwei Minuten später die Gastgeber ihrerseits wieder in Führung gehen. Abermals fanden die Urdorfer die passende Antwort darauf. Friedli glich noch vor Drittelshälfte zum 2:2 aus. Nach einem Bogenlauf haute er die Kugel unwiderstehlich in den Kasten der Hausherren. Noch besser kam es für die Limmattaler in der 13. Minute. Verteidiger Ingold löste sich clever aus dem gegnerischen Pressing und lanciert Galsterer, welcher sogleich Fahrt aufnahm und in Richtung Tor der Mätteler lospreschte. Kurz hinter der Mittellinie schlenzte er die Kugel halbhoch zum erstmaligen Führungstreffer der Limmattaler. Dieser hielt allerdings nicht lange Bestand. Exakt eine Zeigerumdrehung später war es Zeit für unerwartete Slapstick-Comedy erster Güte. Nach einem abgelenkten, ungefährlichen Abschluss der Berner spickte via Limmattaler-Kopf hinter Maurer über die Linie. Offensichtlich hatten auch die höchsten Unihockeygötter etwas gegen eine Urdorfer Führung im winterlichen Emmental. Das 3:3 nach rund 14 gespielten Minuten kam etwas entgegen dem erwartbaren Resultat, wenn man die bisherigen zwei Spiele der Serie anschaut. Denn in diesen flackerte ein solcher Spielstand erst in der 60. Minute von der Anzeigetafel und nicht bereits im ersten Drittel. In der Folge kehrten die beiden Teams allerdings wieder zu ihrem angestammten Spiel zurück, womit sich bis zur ersten Sirene keine Veränderung mehr am Score ereignete.

Das Mitteldrittel gestaltete sich ebenfalls wieder so ausgeglichen wie die ersten beiden Partien. Beide Teams gingen nur wenig Risiko ein, und hochkarätige Torchancen blieben Mangelware. Dies sollte sich in der 34. Minute ändern, als sich zum ersten Mal an diesem Abend ein Limmattaler auf der Strafbank wiederfand. Das Limmattaler Boxplay schlug sich tapfer, vermochte allerdings einen abgelenkten Weitschuss nicht zu verhindern, wodurch die Mätteler zum 4:3 einschossen. Rund eine Minute vor dem zweiten Pausentee schickten die Unparteiischen erneut einen Akteur der Urdorfer in die Kühlbox, womit die Kompensationen nun hoffentlich aufgebraucht waren. Bis zum Pausenpfiff hielten die Limmattaler dicht, womit es mit dem nur allzu bekannten Zwischenresultat in die Pause ging.

Nach Wiederanpfiff liessen die Urdorfer auch dank eines stark aufspielenden Maurers keinen weiteren Gegentreffer in Unterzahl zu. Wenig später durfte sich nach geschlagenen 174 Spielminuten und zum allerersten Mal in dieser Serie das Limmattaler Powerplay installieren. Dieses zeigte sich ob der ungewohnten Situation zu wenig gefährlich, um den Ausgleich zu bewerkstelligen. Beide Teams forcierten nun ihre Kräfte für den Schlussabschnitt. Limmattal störte die gegnerische Verteidigung deutlich früher und erschlich sich dadurch mehrmals die Kugel. Etwas Zählbares schaute dabei allerdings nicht heraus. In der 56. Minute war es mit Ingold schliesslich der Assistgeber des Abends, welcher einen Querpass im eigenen Slot abfing und sogleich Friedli auf die Reise schickte. Dieser liess sich auch von der «Double Coverage» nicht beirren, und hämmerte den Ball unhaltbar ins Lattenkreuz. Der vielumjubelte und verdiente Ausgleich tat den Bemühungen der Limmattaler, ein weiteres Tor zu erzielen, indes keinen Abbruch. Nur wenige Augenblicke später sah Zahner seinen Abschluss vom gegnerischen Schlussmann in äusserster Not pariert, und ebenfalls wenige Sekunden danach zappelte der Abschluss Schaubs leider nur im Aussennetz. Da die Hausherren zu keiner späten Reaktion mehr imstande waren, musste die Entscheidung wie in Partie Nummer 2 nach der regulären Spielzeit gefunden werden.

In der Verlängerung starteten die Limmattaler mit mehr Vehemenz und verzeichneten die ersten Abschlüsse für sich. Doch auch die Gastgeber konnten sich ihrerseits versuchen, scheiterten allerdings entweder an der Limmattaler Verteidigung oder am souveränen Maurer. Wie bereits schon in den Schlussminuten des dritten Drittels fanden die Limmattaler nun mehr Löcher in der mannorientierten Verteidigung der Mätteler. So auch in der 62. Minute, als Hasenböhler in der Rechten Tasche vergessen ging. Ohne lange zu zögern, drückte er ab und erwischte den Berner Schlussmann perfekt halbhoch im weiten Eck. Via Pfosten fand die Kugel ihren Weg ins Limmattaler Glück.

Nachdem auch die dritte Partie dieser Serie ein knappes Ende gefunden hat, liegt es nun an den Limmattalern, das Rebreak zu bestätigen und am kommenden Samstag in Urdorf den Heimvorteil auszunutzen. Gelingt dies, käme es am darauffolgenden Sonntag (29.03.) in Sumiswald zur Belle. Dass die Mannschaft des Trainergespanns Spahija/Stillhart noch ein Wörtchen mitzureden hat, sollte nun bestätigt sein. Und wenn die Zürcher das Wettkampfglück auch noch ein wenig auf ihre Seite zwingen können, steht einem Ausgleich der Serie nicht viel im Weg. Die vierte Partie der Playouts wird am Samstag, 21.03. um 17:00 Uhr in der Zentrumshalle angepfiffen. Die Limmattaler freuen sich - wie bereits vergangene Woche eindrücklich unter Beweis gestellt wurde - auf eine heisse Stimmung auf den Rängen.

16.3.2026
Flavio Schneider
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