Herren NLB: Rote Laterne weitergereicht

Spielbericht

Dass es für die Urdorfer wohl oder übel in die Ehrenrunde namens Playouts geht, war nach der Niederlage gegen Pfannenstil praktisch beschlossene Sache. So heisst es nun sich ein gutes Gefühl für diese Serie zu holen und mit einem mittelgrossen Wunder sogar noch den Heimvorteil in dieser.

Mit den eisernen Murmeli war ein Mannschaft Gast in Urdorf, gegen welche man mittlerweile ein beachtliches Sieg/Niederlage-Verhältnis hat. Konnte man doch auch in dieser Spielzeit auswärts bereits gewinnen. Dennoch konnten die Limmattaler damals nur zwei Zähler auf die Carfahrt zurück ins Unterland mitnehmen, da die Davoser erst in der Verlängerung bezwungen werden konnten. Am vergangenen Sonntagnachmittag sollten aber die ganzen drei Punkte im Limmattal bleiben.

Zunächst mussten die Urdorfer aber wieder früh in der Partie einem Rückstand hinterhereilen. Nach rund drei Minuten liess man den Gästen zu viel Platz in der gefährlichen Zone und lud diese geradezu ein, den Score zu eröffnen. Noch vor Drittelshälfte durfte sich das Urdorfer Powerplay zum ersten Mal installieren. In diesem zögerte Schaub nicht lange und zog nach rund 20 verstrichenen Sekunden ansatzlos ab und traf passgenau zum Ausgleich. Die Davoser hatten darauf keine passende Antwort, sodass in der 11. Minute die Kugel nach erfolgreicher Störarbeit von Küng zu Halter kam, welcher nach einem schnellen Antritt den gegnerischen Schlussmann in der nahen Ecke erwischte. In der Folge flachte die Partie ein wenig ab. Limmattal bemühte sich vermehrt das Spiel mit Ballbesitz aufzubauen. Die Davoser verliessen sich mehr auf ihr schnelles Umschaltspiel. In den letzten fünf Spielminuten des Startdrittels überschlugen sich dann die Ereignisse. Zunächst stand Halter erneut goldrichtig und staubte nach einem Weitschuss Küngs eiskalt ab und erhöhte auf 3:1. Rund eine halbe Minute später entwischte Friedli auf der linken Seite und chipte die Kugel in den Slot zum heranbrausenden Zahner. Dieser musste nur noch seinen Stock hinhalten, um die Führung weiter auszubauen. Doch die Bündner kamen einen Augenblick später, direkt nach dem Wiederanspiel und einem gedankenschnellen Forechecking nochmals auf zwei Zähler heran. Aber auch damit war noch nicht Schluss im ersten Drittel. Zunächst wurde Halter unsanft von den Beinen geholt, was mit der nächsten Zeitstrafe gegen die Gäste geahndet wurde. Die Strafe war noch nicht ganz abgelaufen, ehe sich der nächste Davoser auf den Weg zur Strafbank machen durfte. Rund 40 Sekunden doppeltes Überzahlspiel standen den Limmattalern bevor. Diese nutzten sie zwar nicht ganz optimal aus, dennoch resultierte kurz nach Ablauf der ersten Strafe des Pausenresultat von 5:2. Zahner servierte pfannenfertig zu Schaub auf, welcher aus bester Position halbhoch am nahen Pfosten verwandelte. Ein turbulentes erstes Drittel war damit Geschichte. Die Limmattaler durften sich aber keineswegs mit der Führung zufriedengeben. Zu oft gab man eine auch schon deutlichere Führung wieder her.

So schien es kurz nach Wiederanpfiff, dass sich die Limmattaler ihrem Schicksal erneut nicht entziehen können sollten. Gerade einmal zehn Sekunden nach Wiederanpfîff verkürzten die Davoser auf 5:3. Abermals stellten sich diese jedoch sogleich selbst wieder Steine in den Weg zum Anschlusstreffer. Frei konnte in einem Gegenstoss nur noch regelwidrig gestoppt werden, womit die Limmattaler abermals mit einem Feldspieler mehr agieren durften. Diesmal fand Hasenböhler mit seinem Zuspiel den völlig freistehenden Halter, der souverän reüssierte. Auf diesen Treffer fanden die Gäste allerdings eine Antwort. Noch in der gleichen Spielminute verkürzten sie mit einem Weitschuss. Dann kamen die bekannten rabenschwarzen Minuten, von welchen es im Limmattaler Spiel in jeder Partie anscheinend ein paar geben muss. Zunächst war derselbe Davoser Verteidiger mit einer Reprise des vorherigen Treffers erneut erfolgreich war. Kurz vor Spielhälfte musste dann Hasenböhler in die Kühlbox, was die Davoser sogleich zum 6:6 Ausgleich ausnutzten. Eine weitere Unterzahlsituation kurz nach Spielhälfte überstanden die Limmattaler dann allerdings schadlos. Bis zur zweiten Pausensirene waren es hauptsächlich die Urdorfer, welche die besseren Torchancen für sich vermerken konnten. Aber mehrere vorzügliche Möglichkeiten wurden teils kläglich hergegeben. So musste das Schlussdrittel über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Wenige Minuten waren erst gespielt, ehe Halter eine simple Freistossvariante gleich zweimal hintereinander ausführte, wovon der zweite Anlauf von Erfolg gekrönt war. Mit seinem vierten persönlichen Treffer drückte er dieser Partie endgültig seinen Stempel auf. Das Spiel war damit aber bei weitem noch nicht entschieden. Besonders in diesem Abschnitt hielt Maurer zwischen den Pfosten der Limmattaler mit mehreren mirakulösen Paraden seine Farben weiter in Front. Je eine Strafe verstrich ohne bleibende Konsequenzen für die Anzeigetafel. So war es in der 55. Minute Peraro, welcher nach einem Abschluss Hasenböhlers goldrichtig stand und zum 8:6 einschieben konnte. Keine zwei Zeigerumdrehungen schloss Zahner einen Kraftakt auf der linken Seite passgenau via Innenpfosten zum vorentscheidenden 9:6 ab. Die Gäste verkürzten in der 59. Minute zwar nochmals, doch zwei Treffer ins leere Tor, zuerst von Peraro und schliesslich Friedli besiegelten den Sieg der Hausherren.

Mit diesem Sieg konnten die Limmattaler die rote Laterne den Davosern gleich auf die Heimreise mitgeben. Doch ob man dies eine geglückte Hauptprobe für die Playouts nennen kann, bleibt offen. Denn dass man wie in der vergangenen Spielzeit auf die eisernen Murmeli treffen wird, ist rechnerisch eher unwahrscheinlich. Dennoch können einige positive wie auch lehrreiche Dinge aus der Partie mitgenommen werden. Sich mit einem Sieg in die Nati-Pause verabschieden zu können ist sicherlich auch angenehmer als andersrum. Die Qualifikation geht damit erst am Wochenende vom 14./15. Februar weiter und auch sogleich zu Ende. Die Limmattaler können zweimal zuhause in der Zentrumshalle in Urdorf zum Tanz bitten. Am Samstag sind die Kloten-Dietlikon Jets zu Gast, für welche es zwar tabellarisch nicht mehr nach vorne, aber im schlimmsten Fall noch nach hinten gehen kann. Am Sonntag muss Ticino Unihockey den beschwerlichen Weg durch den Gotthard auf sich nehmen, um die abschliessende Partie der Qualifikation gegen die Limmattaler zu bestreiten. Das Spiel am Samstag wird um 18:00 Uhr, jenes am Sonntag um 17:00 Uhr angepfiffen. Auf zahlreiche und lautstarke Unterstützung zählt die ganze Mannschaft.

3.2.2026
Flavio Schneider
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