Langsam stehen die Urdorfer mit dem Rücken zur Wand und nach dem Ausflug in den Süden müssen die Ziele gegebenenfalls neu definiert werden.
Das Hinspiel gegen Regazzi Verbano UH Gordola war eine denkbar enge Kiste mit dem besseren Ende für die damaligen Gäste aus dem Tessin. Am vergangenen Samstag nahmen die Limmattaler ihrerseits die beschwerliche Reise gen Süden auf sich. Wollte man noch die minimsten Chancen auf die Playoffs bewahren, mussten dringend Punkte auf die Rückreise eingepackt werden.
Doch wie ein Déjà-vu des vergangenen Wochenendes verpatzten die Limmattaler den Start in die Partie gehörig. Nach gerade einmal rund 8 ½ Spielminuten flackerte bereits ein ernüchterndes 3:0 von der Anzeigetafel. Zweimal spielten die Gastgeber die Limmattaler Verteidigung gekonnt aus und der, nicht chronologisch gesehen, dritte Treffer war ein Volleyschuss, der seinesgleichen auch in fremdländischen Ligen vergebens sucht. Nach diesem Schockstart fingen sich die zwei übrig gebliebenen Linien der Limmattaler doch zusehends und konnten dank eines Freistoss-Treffers durch Bär auf 3:1 verkürzen. Die Hausherren waren jedoch weiterhin in bester Torlaune und stellten kurze Zeit später, zum dritten Mal mit derselben Auslösung, den alten Vorsprung wieder her. In der 17. Minute nutzte Friedli eine Unachtsamkeit in der gegnerischen Auslösung aus und konnte allein auf den Kasten losziehen. Eine solche Gelegenheit lässt Friedli natürlich nicht aus und verkürzte abermals. Doch das torreiche erste Drittel sollte damit noch nicht seinen Schlusspunkt gefunden haben. Diesmal durften die Gastgeber ein Missverständnis der Limmattaler Defensive ausnutzen. Und obwohl sie mehrere Anläufe benötigten, brachten sie die Kugel schlussendlich am nicht zu beneidenden Gassner vorbei ins Netz. Zum erneut nicht zufriedenstellenden Startdrittel kam zusätzlich der schmerzliche Ausfall von Flügel-Motor Galsterer, welcher gerade erst sein Comeback gegeben hatte, hinzu.
Somit musste das Unterfangen «Aufholjagd» im Mitteldrittel mit neu formierten Linien in Angriff genommen werden. Dies schien den Limmattalern aber in keiner Weise zu schaden, eher zeigten sie sich zunehmend forscher und nahmen das Spieldiktat mehr und mehr in die eigenen Hände. In der 25. Minute musste Bär nach einem wiederholten Vergehen in die Kühlbox, doch das Limmattaler Boxplay hielt zusammen mit Gassner den Kasten rein. So konnte rund 20 Sekunden nach Ablauf der Strafe gar der dritte Treffer der Urdorfer bejubelt werden. Verteidiger Nater wurde mustergültig von Peraro bedient und konnte seelenruhig zum 5:3 einschiessen. Doch statt des Anschlusstreffers, musste kurz nach Spielhälfte Kahn, einem zumindest speziell ausgelegten Stockschlag-Pfiff folgend, ebenfalls für zwei Minuten von draussen zusehen. Diesmal fanden die Tessiner irgendwo eine Lücke und der schwedische Verstärkungsspieler der Süd-Schweizer erhöhte abermals auf drei Längen. Die Limmattaler waren mit numerischer Gleichzahl auf dem Platz dann erneut die spielbestimmende Mannschaft, liefen aber kurz vor der zweiten Sirene in einen der gefürchteten Konter der Gordolaner. Damit hiess die Hypothek fürs letzte Drittel, ein Vier-Tore-Defizit wieder gut zu machen.
Die Limmattaler starteten leider nicht mit der nötigen Vehemenz ins Schlussdrittel. Zwar erspielte man sich die besseren Chancen als die Hausherren, jedoch wollte vorerst kein weiterer Treffer fallen. Und die Ticinesi blieben mit ihrem schnellen Umschaltspiel stets brandgefährlich. Nach rund acht Spielminuten ereignete sich dann die unschönste Szene des Spiels. Nach einem deutlich zu hohen Stock, welchem jedoch keine böse Absicht vorausgegangen war, blieb Schneider mit blutüberströmtem Gesicht liegen. Das Verdikt war schnell klar. 2+2 Minuten gegen die Tessiner und ein Funktionärs-Taxi Gordolas in Richtung Notaufnahme. Die Gastgeber machten ihrem Ruf der Hospitalität alle Ehre und sorgten sich fürsorglich um ihren Gast. Grazie ancora, Lorenzo! Nachdem die Blutreste vom Boden gewischt worden waren, konnte es dann für die mittlerweile nur noch 14 gesunden Limmattaler Feldspieler auf dem Platz wieder weitergehen. Das Powerplay der Limmattaler installierte sich und kam auch zu vielversprechenden Chancen, doch ein Gegenstoss der Tessiner wurde so jäh unterbunden, dass es ab der 50 Minute mit je vier Feldspielern weiterging. Diese neu zur Verfügung stehenden Platzverhältnisse bekamen den Limmattalern besser und so fand Ingold den alleingelassenen Küng im gegnerischen Slot, welcher die Kugel über die Linie beförderte. So ging es dann kurze Zeit später dank der grossen Bankstrafe gegen die Hausherren wieder mit Powerplay Limmattal weiter. In diesem konnte sich der aufs letzte Drittel eingewechselte Maurer dann aber zunächst auszeichnen. Doch zum Torschützen konnte sich kurz nach Ablauf der Überzahlsituation zum zweiten Mal an diesem Abend Nater. Dieser lief sich gekonnt in der Mittelzone frei und nahm das Zuspiel von Bär dankend zum 7:5 an. Mit noch rund sechs Minuten auf der Uhr kam die Spannung noch einmal zurück in die Partie. Mit dem Time-Out rund drei Minuten vor Spielende, sowie zeitweise einem Feldspieler mehr, anstelle von Torhüter Maurer, auf dem Platz, fanden die Urdorfer jedoch nicht die adäquaten Mittel, um die Gastgeber nochmals vor ernste Probleme zu stellen. Das 8:5 ins verwaiste Limmattaler Tor setzte damit den Schlusspunkt unter einen ziemlich ernüchternden Ausflug hinter den Gotthard.
Die geneigten Lesenden verzeihen mir die abermalige Verwendung der Phrase, doch mit dieser eigentlich vermeidbaren Niederlage müssen sich die Limmattaler wohl oder übel mit der Realität der Playouts auseinandersetzen. Zur sportlichen Niederlage kamen mit Galsterer und Schneider auch noch gleich zwei Ausfälle hinzu, welche vorerst wohl nicht aktiv werden mittun können.
Für die restliche Qualifikation bleibt den Urdorfern nicht viel mehr übrig, als sich einerseits in eine gute Ausgangslage mit Heimrecht zu spielen und andererseits, vor allem an der kommenden Doppelrunde gegen Sarganserland und den Kantonsrivalen Pfannenstil, ein gutes Gefühl für die letzten Spiele der Saison abzuholen.
Das Heimspiel am Samstag gegen den UHC Sarganserland findet, aufgrund der prekären Hallensituation im Limmattal, im Exil auf dem Mutschellen statt. Spielbeginn ist am 24.01. um 18:00 Uhr in der Kreisschule Mutschellen, in Berikon. Tags darauf lädt Pfannenstil zum alljährlichen Unihockeyplausch in der Kirchwies in Egg. Diese Partie wird um 16:00 Uhr angepfiffen. Auf zahlreiche und lautstarke Unterstützung in dieser nicht ganz einfachen Zeit freut sich die gesamte Mannschaft.