Herren NLB: Verlieren verboten

Spielbericht

Die Krimiserie, welche sich Playouts NLB nennt, wurde am letzten Sonntag um ein weiteres Kapitel ergänzt.

Das äusserst knappe Resultat von 4:3 zugunsten der Mätteler noch vor Wochenfrist versprach auch an diesem Sonntagabend eine spannende Partie. Die Limmattaler wollten in der Heimhalle ebenfalls reüssieren und einen verfrühten Matchball der Berner verhindern.

Den besseren Start erwischten aber die Gäste. Nach einer Standardsituation konnten sie bereits in der ersten Spielminute in Führung gehen. Die Urdorfer liessen sich davon aber nicht den Wind aus den Segeln nehmen und spielten deutlich forscher nach vorne als noch vor Wochenfrist. So liess der Ausgleich auch nicht lange auf sich warten. Noch vor Drittelshälfte war es auf Seiten der Limmattaler eine Freistossvariante, welche ein wenig glücklich ihren Weg ins Tor fand. Der Ausgleich war aber keineswegs gestohlen. In der Folge wurde den Zuschauenden in der gut gefüllten Zentrumshalle zwar kein Leckerbissen der hohen Unihockeykunst serviert, sehr wohl aber ein engagiert und physisch geführtes Playoutspiel. Dieses ging ohne einen weiteren Torerfolg in die erste Pause.

Die teils neuformierten Linien der Urdorfer verzeichneten auch zum Start des Mitteldrittels mehr und die qualitativ besseren Chanchen. Dennoch waren es die Gäste, welche in der 24. Minute mit einem präzisen Pass die Urdorfer Verteidigung aushebelten und die erneute Führung bejubeln durften. Gleich nachsetzten vermochten die Berner allerdings nicht, zu passiv agierten sie vor allem mit dem Spielgerät in den eigenen Reihen. Doch auch die Urdorfer bekundeten einige Mühen im offensiven Spiel, da sich die Mätteler gegen den Ball äusserst diszipliniert verhielten und die Limmattaler Abschlüsse oft schon im Block hängenblieben. Ein solcher Abschluss aus dem Mittelkreis fand ebenfalls die vielbeinige Abwehr der Sumiswalder, wo Zahner dann aber am schnellsten schaltete und sich einmal hinter den gegnerischen Kasten wieselte. Von dort erkannte er seine Chance und konnte auch dank guter Störarbeit Peraros zum Buebetrickli einschieben. Es schien ganz nach einer Reprise des ersten Drittels auszusehen. Gleiche Kraftverhältnisse auf dem Platz und eine ausgeglichene Anzeigetafel zur Pause. Doch rund eine halbe Minute vor der Sirene wurde Peraro für ein übermotiviertes Einsteigen für zwei Minuten in die Kühlbox geschickt. Bis zum Pausentee liess das Limmattaler Boxplay allerdings nicht viel zu und das Zwischenresultat von 2:2 hielt bestand.

Auch während den restlichen rund 90 Sekunden der Zeitstrafe, zu Beginn des Schlussdrittels, zeigte sich das mit ausländischen Verstärkungsspielern gespickte Überzahlspiel der Mätteler zu harmlos, um am stark aufspielenden Maurer vorbeizukommen. In der Folge agierten die Gäste clever und gingen nur ganz selten irgendwelche Risiken aus. Das bedeutete zwar, dass sie stellenweise mehrere Minuten mit Ballbesitz die Mittellinie nicht überquerten, jedoch nahmen sie damit den Limmattalern über weite Strecken die Möglichkeit ihrerseits gefährlich werden zu können. Mittlerweile agierten beide Teams nur noch mit zwei Linien, somit folglich die Intensität stets auf hohem Niveau gehalten werden konnte. Die Partie hätte auf beide Seiten kippen können. Die Hausherren verbuchten sich zwar ein Chancenplus auf dem Statistikzettel, doch auch die Mätteler tauchten ab und an gefährlich vor Maurer auf, der seinen Kasten aber rein halten konnte. In der 56. Minute stand dann Peraro im gegnerischen Slot goldrichtig und konnte einen Weitschuss Hasenböhlers in die Maschen ablenken. Die Limmattaler hatten nun die Zeit auf ihrer Seite. Der Berner Coachingstaff reagierte jedoch nicht über und liess den Torhüter noch zwischen den Pfosten. Die Geduld sollte sich auszahlen. Eine Zeigerumdrehung später kamen sie ihrerseits nach einem Weitschuss zum 3:3 Ausgleich. Diesmal gelang ihnen aber im Gegensatz zu Spiel 1 kein Lucky Punch in letzter Minute, womit die Verlängerung anstand.

Auch in dieser zeigten die Urdorfer eine ansprechende Leistung, scheiterten aber meist am eigenen Unvermögen. Das risikolose Spiel der Sumiswalder führten diese auch in der zehnminütigen Verlängerung fort, womit meist nicht viel passierte, waren die Gäste in Ballbesitz. Da somit auch in der Verlängerung keine Tore fielen, musste das Penaltyschiessen entscheiden.

Dass ein Penaltyschiessen am besten durch einen Münzwurf charakterisiert werden kann, wurde in der Folge bestens demonstriert. Limmattals erster Schütze Dario Küng verwandelte im ersten Anlauf souverän. Und danach ging das grosse Bangen los. Erst der dritte Schütze der Mätteler konnte ausgleichen. Und da auch danach alle Schützen entweder an den starken Reflexen Maurers und der beiden Berner Schlussmänner oder am eigenen Unvermögen scheiterten, ging es danach in die zweite Runde. Diesmal konnte auch der stark angeschlagene Küng nicht mehr reüssieren, aber auch der zuvor erfolgreiche Schütze der Gäste scheiterte an der Querlatte. Und nachdem auch der nächste Urdorfer Versuch erfolglos blieb, ging den Mättelern offensichtlich die Regelkunde aus. Gleich noch einmal wollten sie ihren dänischen Import anlaufen lassen. Da dies jedoch regelwidrig ist und zuerst die anderen vier zuvor geschickten Spieler schiessen müssen, stellte sich nach kurzer Diskussion eben der Finne in Farben der Mätteler in den Mittelkreis. Aber auch dessen Versuch blieb ohne Erfolg. So war es schlussendlich der 20. Schütze, welcher die Partie entschied. Und da die Urdorfer stets vorlegen mussten, war die Partie nach dem Penalty von Thierstein entschieden.

Erneut stand die Partie auf Messers Schneide und abermals konnten die Berner das bessere Ende für sich beanspruchen. Damit führen sie 2:0 in der Serie, womit es für die Urdorfer nun getreu dem Motto «Sieg oder Sarg» am nächsten Samstag ins Emmental geht. Will man die Auf-/Abstiegsspiele verhindern, müssen nun drei Siege in Serie her. Angesichts der beiden Partien keineswegs eine unmögliche Aufgabe, die Mätteler haben allerdings nun drei Matchbälle, welche sie zu verwerten versuchen werden. Den ersten gibt’s am kommenden Samstag, 14.03. um 18:00 Uhr im Forum Sumiswald. Auf lautstarke Unterstützung in der nicht allzu weiten Ferne freut sich die gesamte Mannschaft.

10.3.2026
Flavio Schneider
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