Herren NLB: Versöhnlicher Qualifikationsabschluss

Spielbericht

Mit den zweitplatzierten Jets und den viertplatzierten Tessinern aus Bellinzona stand bei den Limmattalern ein happiges Schlussprogramm der Qualifikation auf dem Plan.

Dass es gegen die Überflieger aus Kloten schwierig wird, Punkte in Urdorf zu behalten, unterstrich wohl jede hinterletzte Statistik, welche diese Saison geführt werden kann. Dennoch nahmen sich die Urdorfer vor, ein solides Spiel zu zeigen und sich damit ein gutes Gefühl für die anstehenden Playouts zu sichern.

Ferienbedingt stand mit Spahija/Hunziker wieder ein altbekanntes Duo an der Bande der Limmattaler. Und während es im Hinspiel gegen die Kantonsrivalen noch eine deutliche Klatsche für die Limmattaler absetzte, startete die Partie am vergangenen Samstag deutlich ausgeglichener. Zwar konnten die Gäste in der fünften Minute nach einer unübersichtlichen Situation im Slot von Gassner in Führung gehen, doch in der Folge fanden die Urdorfer besseren Zugriff zur Partie. Die Klotener verzeichneten ein leichtes Chancenplus, konnten dieses jedoch nicht in einen Ausbau der Führung ummünzen. So war es in der 17. Minute ein schneller Vorstoss Siegenthalers, welcher dafür sorgte, dass Friedli die Kugel in guter Abschlussposition in die Schaufel bekam. Eine solche Situation lässt ein Stürmer mit der Klasse Friedlis natürlich nicht aus und netzte zum verdienten Ausgleich ein. Wenige Augenblicke später durfte sich gar noch das Limmattaler Powerplay installieren. Doch vor der Sirene sollte kein weiterer Treffer fallen.

Das sollte sich allerdings nach dem Pausentee schnell ändern. Abermals durften die Urdorfer mit einem Feldspieler mehr ans Werk. Gerade einmal 40 Sekunden benötigte das Überzahlspiel der Gastgeber um 2:1 in Führung zu gehen. Friedli wurde zu viel Raum zugestanden, welchen dieser gekonnt ausnutzte und einen passgenauen Weitschuss absetzte. Dank des Screens von Halter im gegnerischen Slot blieb dem gegnerischen Schlussmann nur noch der Griff hinter sich. Das tabellarisch ungleiche Duell entwickelte sich zur Freude der neutralen Zuschauer, sowie auch der Limmattaler Anhänger zu einem offenen Schlagabtausch, mit welchem wohl die wenigsten gerechnet hatten. Weshalb die Klotener ganz oben und die Limmattaler ganz unten in der Tabelle anzutreffen sind, zeigte sich nur in ganz wenigen Situationen. Und zwar jenen, in welchen die Gäste ein wenig effizienter auftraten. So konnten sie einen nicht ganz unumstrittenen Freistosstreffer bejubeln sowie einen Fehler im Limmattaler Spielaufbau eiskalt ausnutzen und den Score wieder zu ihren Gunsten zu drehen. Mit dem knappen Zwischenresultat von 2:3 ging es somit ins Schlussdrittel.

Den Start in dieses erwischten die Klotener besser. Noch vor der zweiten Zeigerumdrehung konnten sie mit einem schnellen Umschaltspiel und satten Abschluss auf 2:4 erhöhen. Die Limmattaler steckten jedoch keineswegs die Köpfe in den Sand, sondern stürmten sogleich wieder nach vorne. Die postwendende Antwort zum Anschlusstreffer war nur die logische Konsequenz. Vogler eroberte in der Verteidigung gekonnten das Spielgerät, welches Bär sogleich zu Freidli spedierte, welcher geistesgegenwärtig auf den mitstürmenden Galsterer legte. Galstererererer (welcher pro Verletzungscomeback ein «er» mehr dazu gedichtet bekam), knallte die Kugel schliesslich aus vollem Lauf unhaltbar in die Maschen. Die Urdorfer kamen sogar noch zu diversen Ausgleichschancen, vermochten diese aber allesamt nicht zu nutzen, so waren es dann die Gäste, welche in der 47. Minute mit dem 3:5 eine kleine Vorentscheidung herbeiführen konnten. Aufgeben war allerdings keine Option. So musste sowohl die Torumrandung als auch der in Höchstform aufspielende Kern im Gehäuse der Klotener einen grossen Anteil beisteuern, dass die Partie nicht nochmals spannend wurde. Der letzte Treffer ins verlassene Tor der Limmattaler besiegelte schlussendlich die Partie. Die Resultatskosmetik blieb dann allerdings nicht der letzte Eintrag im Live Ticker. Zunächst kriegten sich Galsterer und Schumacher seitens der Klotener in die Haare, weshalb beide in die Kühlbox geschickt wurden. Und rund zwei Minuten vor Schluss liess sich Gästeakteur Behringer noch zu solch einer komplett sinnlosen Aktion hinreissen, dass er für 2+2 Minuten auf die Strafbank geschickt wurde. Doch auch ohne Torhüter und damit doppelter numerischer Überzahl an Feldspielern, sollte den Limmattalern kein weiterer Treffer mehr gelingen.

Die Partie zeigte aber, dass man sich über weite Strecken der Saison wohl unter Wert verkauft hatte. Mit einem absoluten Top-Team der Liga konnte gut mitgehalten werden. Auch wenn es für die Klotener an diesem Wochenende nicht mehr um Leben, Tod oder eine bessere Platzierung ging, durften die Limmattaler mit erhobenem Haupt das Feld verlassen. Etwas, das im Hinspiel nicht unbedingt der Fall war. Keine 21 Stunden nach der Schlusssirene lief mit den Südschweizern von Ticino Unihockey ein Gegner in der Zentrumshalle auf, mit welchem die Urdorfer noch eine offene Rechnung zu begleichen hatten. Im Hinspiel führten die Deutschschweizer mit 0:6 und mussten sich schlussendlich in Bellinzona dann noch 7:6 n.V. geschlagen geben.

Die Tessiner, bekannt für ihre körperbetonte Spielweise, sowie ihrer Abhängigkeit weniger Einzelakteure, starteten verhalten in die Partie am Sonntagabend. Und auch die Limmattaler benötigten ein wenig Zeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Kurz vor Drittelshälfte musste es eine halb verbockte Freistossvariante fürs Heimteam richten. Doch das Volleyzuspiel Hasenböhlers fand die Schaufel Peraros, als ob es genau so angedacht war. In der 14. Minute konnten die Gäste allerdings einen Konter sauber abschliessen und nicht unverdient ausgleichen. Das durchaus dem Spielgeschehen entsprechende 1:1 flackerte dann schliesslich auch bei der ersten Pausensirene noch von der Anzeigetafel.

Das Mitteldrittel wartete folgend mit kontrollierteren Spielzügen auf beiden Seiten als noch im Startdrittel auf. Dadurch flachte die Partie ein wenig ab und der Pfeffer in der Partie kam beiden Teams abhanden. Den Tessiner Pausentee versalzten dann aber die an diesem Wochenende hervorragend aufspielenden Friedli und Galsterer kurz vor der zweiten Pause gehörig. Mit einem schnellen Gegenstoss und einem wuchtvollen Abschluss schoss Galsterer seine Farben wieder in Front. Und wollte man sich den am Vorabend verlorenen 11. Tabellenrang wiederholen, musste diese Führung verteidigt werden, denn dafür benötigten die Limmattaler dringend Punkte.

Einen erfreulichen Grundstein dazu legte Bär auf Zuspiel von Friedli in der 43. Minute. Einen Abpraller nach dem Friedli-Weitschuss konnte Bär geistesgegenwärtig über die Linie stochern. Für die Tessiner ging es in dieser Partie allerdings noch darum, ob sie mit oder ohne Heimrecht ihre Playoff-Serie bestreiten werden. Für eine Mannschaft von hinter dem Gotthard durchaus ein entscheidender Faktor. So benötigten nur rund zwei Minuten, um den Anschlusstreffer zu realisieren. Wiederum rund zwei Minuten später mussten die Limmattaler dann noch mit einem Feldspieler weniger auskommen. Der ehemalige finnische LUPL-Spieler in den Reihen der Tessiner liess sich nicht zweimal bitten und schloss passgenau zum Ausgleich ab. Noch dicker kam es für die Limmattaler dann gleich nach Wiederanpfiff. Mit einem Doppelschlag konnten die Tessiner erstmals an diesem Abend in Führung gehen. Spahija zog sogleich sein Time-Out um seine Mannen auf die Schlussphase einzustellen. Diese Massnahme verfehlte ihre Wirkung nicht. In der 50. Minute preschte Galsterer nach einem Wechsel mit nur einem Ziel im Kopf aufs Feld. Er fand eine perfekte Lücke, in welcher Hasenböhler ihn passgenau bedienen konnte. Und mit der Überzeugung sowie wohl auch gehörigen Portion Wut aufgrund der zahlreichen Comebacks dieser Saison hämmerte er die Kugel zum 4:4 in die Maschen. Kurz darauf konnte sich endlich auch einmal das Limmattaler Powerplay etablieren. Und wie auch schon an diesem Wochenende war es Best-Player Friedli, welcher sich ein Herz fasste und die Kugel ins Lattenkreuz zimmerte. Doch abermals bäumten sich die Tessiner auf und brachten es tatsächlich nochmals fertig, auszugleichen. Die Tore fielen nun regelrecht vom Himmel, was in der 55. Minute im erneuten Führungstreffer zum 6:5 durch Hasenböhler mündete. Rund zwei Minuten vor Spielschluss wurde seitens des Tessiner Trainerstaffs das Time-Out eingelöst. Doch dieses verfehlte seine Wirkung. Zunächst Freidli mit einem Empty-Netter, welchen er in bester NFL-manier über die Linie trug um möglichst viel Zeit von der Uhr zu nehmen, und rund 10 Sekunden vor der Schlusssirene Peraro, nach schön anzusehendem Zuspiel von Schindele, setzten der Partie den Deckel drauf. Der überaus verdiente 8:5 Sieg gegen das dadurch nur noch fünftplatzierte (und damit nicht mehr heimvorteilberechtigte) Ticino Unihockey darf durchaus als positive Schlussnote einer teils fahrigen Qualifikation der Urdorfer gewertet werden.

Mit diesem Sieg kletterten die Limmattaler auch wieder auf den 11. Schlussrang, womit es in den Playouts gegen den punktgleichen UHC Grünenmatt geht. Während die Formkurve der Limmattaler vor allem zum Schluss der Qualifikation klar nach oben zeigte, ist dies bei den Mättelern nicht wirklich der Fall. In der Rückrunde konnte von den 11 Spielen gerade einmal eines gewonnen werden. Doch ausgerechnet diesen Vollerfolg feierten die Berner in extremis gegen Limmattal. Es ist also für genügend Spannung gesorgt. Die Spiele der Best-of-5 Serie finden folgendermassen statt:

1. Spiel Sonntag, 01.03.2026 17:00 Uhr Forum Sumiswald

2. Spiel Sonntag, 08.03.2026 20:00 Uhr Zentrumshalle Urdorf

3. Spiel Samstag, 14.03.2026 18:00 Uhr Forum Sumiswald

4. Spiel (evtl.) Samstag, 21.03.2026 17:00 Uhr Zentrumshalle Urdorf

5. Spiel (evtl.) Sonntag, 29.03.2026 17:00 Uhr Forum Sumiswald

Auf zahlreiche und lautstarke Unterstützung an allen Spielen freut sich die gesamte Mannschaft!

17.2.2026
Flavio Schneider
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