Neue Unihockey Regeln ab der Saison 2026/27

Mitteilungen

Seit dem 1. Juli 2026 gelten neue Unihockey Regeln. Diese wurden von der IFF (International Floorball Federation) beschlossen.

Die IFF ist der internationale Unihockey Weltverband. Sie legt unter anderem die internationalen Spielregeln für Unihockey fest. Diese Regeln bilden auch die Grundlage für den Spielbetrieb in der Schweiz. Somit gelten die neuen Regeln ab der Saison 2026/27 auch für uns in der Schweiz und bei Unihockey Limmattal.

Unihockey entwickelt sich ständig weiter. Das Spiel wird schneller, die Spieler werden athletischer und auch taktisch verändert sich vieles. Deshalb müssen von Zeit zu Zeit auch die Regeln angepasst werden.

Mit den neuen Regeln werden vor allem drei Ziele verfolgt:

  • Die Torhüter sollen besser geschützt werden.
  • Das Spiel soll schneller und attraktiver werden und weniger Unterbrechungen haben.
  • Auf und neben dem Spielfeld soll es fairer und ruhiger zugehen.

Damit ihr nicht das ganze Regelwerk lesen müsst, erklären wir euch hier die wichtigsten Änderungen in einfacher Sprache.

🥅 Mehr Schutz für unsere Torhüter

Torhüter haben im Unihockey eine besondere Aufgabe. Sie spielen meistens auf den Knien und tragen keinen Stock. Wenn ein Feldspieler mit hoher Geschwindigkeit auf das Tor zuläuft, kann der Torhüter deshalb einem Zusammenstoss oft nicht ausweichen.

In den vergangenen Jahren wurde beobachtet, dass Spieler teilweise mit viel Tempo Richtung Tor laufen und dabei mit dem Torhüter zusammenstossen. Solche Zusammenstösse können zu Verletzungen führen.

Deshalb gibt es gleich mehrere neue Regeln zum Schutz der Torhüter.

Zusammenstösse müssen vermieden werden

Ein Feldspieler muss alles Vernünftige unternehmen, um einen Zusammenstoss mit dem Torhüter im Torraum zu vermeiden.

Das bedeutet zum Beispiel:

Wenn du mit dem Ball Richtung Tor läufst und siehst, dass der Torhüter vor dir ist, darfst du nicht einfach weiterlaufen und darauf hoffen, dass der Torhüter ausweicht.

Du musst versuchen, rechtzeitig abzubremsen oder dem Torhüter auszuweichen.

👉 Merke: Auch wenn du unbedingt ein Tor erzielen möchtest, geht die Sicherheit des Torhüters vor.

Nicht durch den Torhüterraum laufen

Der Torhüterraum ist für den Torhüter da.

Neu wird noch klarer festgehalten, dass ein Feldspieler diesen Bereich nicht einfach durchqueren darf.

Du darfst also nicht auf der einen Seite in den Torhüterraum hineinlaufen und auf der anderen Seite wieder herauslaufen, nur weil dies der kürzeste Weg zum Ball ist.

👉 Merke: Der Torhüterraum gehört dem Torhüter.

Dem Torhüter absichtlich die Sicht nehmen

Vor dem Tor zu stehen und dem Torhüter die Sicht zu erschweren, gehört zum Unihockey. Das bleibt grundsätzlich erlaubt.

Nicht erlaubt ist aber, sich nur noch auf den Torhüter zu konzentrieren, ihm ständig zu folgen und sich immer wieder vor ihn zu stellen, nur damit er den Ball nicht sehen kann.

Es geht also darum, ob du am Spiel teilnimmst oder ob dein einziges Ziel darin besteht, den Torhüter zu stören.

👉 Merke: Vor dem Tor arbeiten ist erlaubt. Den Torhüter ständig verfolgen, nur um ihm die Sicht zu nehmen, nicht.

⚡ Das Spiel soll schneller und attraktiver werden

Unihockey lebt von Geschwindigkeit.

Schnelle Pässe, Zweikämpfe, Konter, schöne Tore und kreative Spieler machen unseren Sport attraktiv.

Deshalb möchte die IFF unnötige Unterbrechungen reduzieren und dafür sorgen, dass das Spiel möglichst oft läuft.

Dazu wurden mehrere Regeln angepasst.

✋ Halten wird genauer beurteilt

Das Halten eines Gegners ist im Unihockey schon heute nicht erlaubt. Trotzdem gehört es zu den Situationen, die für Spieler und Schiedsrichter nicht immer einfach zu beurteilen sind.

Wenn ein Spieler beispielsweise mit den Händen, Armen oder seinem Körper einen Gegner festhält oder ihn daran hindert, frei weiterzulaufen, wird das Spiel langsamer.

Besonders schnelle und technisch starke Spieler können dadurch daran gehindert werden, ihre Fähigkeiten zu zeigen.

Die neue Regel beschreibt deshalb genauer, was als Halten gilt.

Auch die Schiedsrichter werden entsprechend geschult, damit die Regel möglichst einheitlich angewendet wird.

👉 Für Spieler bedeutet das: Versucht, den Ball mit eurem Stock und durch gutes Stellungsspiel zu gewinnen. Einen Gegner festhalten oder ihn mit den Händen am Weiterlaufen hindern, ist nicht erlaubt.

🎯 Penaltyschiessen wird spannender

Auch beim Penaltyschiessen gibt es eine Änderung.

Am Anfang bleibt alles wie bisher:

Jede Mannschaft bestimmt fünf verschiedene Spieler, welche die ersten fünf Penaltys ausführen.

Ist nach diesen Penaltys noch keine Entscheidung gefallen, geht das Penaltyschiessen weiter.

Und genau hier kommt die neue Regel:

Danach darf jeder Spieler einen weiteren Penalty ausführen. Es muss also nicht zwingend immer ein anderer Spieler antreten.

Das bedeutet beispielsweise:

Ein Spieler verwandelt seinen Penalty besonders sicher. Nach den ersten fünf Penaltys steht es immer noch unentschieden. Dieser Spieler darf später nochmals antreten.

Und wenn nötig sogar erneut.

Die neue Regel soll das Penaltyschiessen spannender machen. Besonders gute Penaltyschützen können dadurch in einem wichtigen Spiel zu echten Matchwinnern werden.

👉 Merke: Die ersten fünf Penaltys werden weiterhin von fünf verschiedenen Spielern geschossen. Danach darf ein Spieler auch mehrmals antreten.

🧤 Torhüter können jetzt Tore schiessen

Eine besonders interessante Änderung betrifft unsere Torhüter.

Im 3 gegen 3 dürfen Torhüter bereits Tore erzielen. Neu ist dies auch im normalen 5 gegen 5 Unihockey möglich.

Schafft es ein Torhüter also, den Ball regelkonform direkt ins gegnerische Tor zu befördern, kann der Treffer zählen.

Das wird wahrscheinlich nicht sehr oft passieren. Aber genau deshalb dürfte ein Torhütertor etwas ganz Besonderes sein.

Stellt euch vor: Kurz vor Schluss liegt eine Mannschaft zurück, der gegnerische Torhüter wurde durch einen sechsten Feldspieler ersetzt und das Tor ist leer. Der eigene Torhüter bekommt den Ball und trifft über das ganze Feld ins leere Tor.

👉 Neu gilt: Auch unser Torhüter kann zum Torschützen werden!

🤝 Weniger Streit nach einem Pfiff

Ihr kennt solche Situationen vielleicht:

Der Schiedsrichter pfeift. Das Spiel ist eigentlich unterbrochen. Zwei Spieler geraten trotzdem noch aneinander. Es wird geschubst, diskutiert oder provoziert.

Am Ende bekommen beide Spieler eine Strafe.

Solche Situationen dauern oft lange und unterbrechen das Spiel unnötig. Manchmal können Mannschaften solche Strafen sogar taktisch nutzen. Genau das soll verhindert werden.

Deshalb gibt es zwei wichtige Änderungen.

Gleichzeitige Strafen

Wenn Spieler beider Mannschaften gleichzeitig die gleiche Strafe erhalten, soll dies künftig nicht mehr die Anzahl der Spieler auf dem Spielfeld verändern.

Das bedeutet: Eine solche Situation soll nicht mehr dazu führen, dass beispielsweise plötzlich 4 gegen 4 gespielt wird.

Damit lohnt es sich für eine Mannschaft auch nicht mehr, absichtlich eine solche Situation zu provozieren, nur um eine bestimmte Spielsituation zu erhalten.

Wer den Streit beginnt, riskiert eine zusätzliche Strafe

Neu achten die Schiedsrichter ausserdem darauf, wer eine Auseinandersetzung begonnen hat.

Der Spieler, der einen Streit oder eine Auseinandersetzung auslöst, kann dafür eine zusätzliche kleine Strafe erhalten.

👉 Merke: Nach dem Pfiff ist Schluss. Nicht provozieren, nicht schubsen und nicht versuchen, einen Gegner in einen Streit zu verwickeln.

Fair bleiben und auf das nächste Bully oder den nächsten Freischlag konzentrieren.

🪑 Neue Regeln für die Spielerbank

Eine weitere grössere Änderung betrifft nicht direkt das Spielfeld, sondern die Auswechselzone und die Spielerbank.

Wer schon einmal bei einem Unihockeyspiel direkt hinter der Bande stand, kennt das Bild:

Viele Spieler stehen gleichzeitig an der Bande. Trainer und Betreuer stehen ebenfalls. Bei Entscheidungen wird gerufen und diskutiert. Manchmal kommentieren viele Personen gleichzeitig eine Entscheidung des Schiedsrichters.

Das führt zu verschiedenen Problemen.

Bessere Sicht

Wenn viele Spieler direkt an der Bande stehen, können Zuschauer schlechter auf das Spielfeld sehen.

Auch das Spielsekretariat kann dadurch in seiner Sicht eingeschränkt werden. Bei Spielen, die gefilmt oder online übertragen werden, können stehende Spieler ebenfalls die Sicht auf das Spielfeld behindern.

Mehr Sicherheit

Es kommt zudem vor, dass Spieler auf der Bank mit einem Fuss auf der Bande stehen oder sich weit über die Bande lehnen.

Fliegt der Ball in Richtung Auswechselzone, können diese Spieler vom Ball getroffen werden.

Auch deshalb soll im Bereich der Spielerbank mehr Ordnung herrschen.

Keine taktische Wand an der Bande

Eine volle und dicht stehende Spielerbank kann sogar taktisch genutzt werden.

Wenn viele Spieler direkt hinter der Bande stehen, kann ein Gegenspieler davor zurückschrecken, den Ball in diese Richtung zu spielen.

Auch das soll verhindert werden.

🗣️ Weniger Reklamieren und Diskutieren

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Umgang mit den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern.

Wenn nach fast jedem Pfiff mehrere Spieler, Trainer und Betreuer gleichzeitig reagieren oder diskutieren, entsteht schnell eine hektische Stimmung.

Bei Spielen auf höchstem Niveau können erfahrene Schiedsrichter damit vielleicht umgehen. Im Nachwuchsbereich sieht die Situation jedoch anders aus.

Auch unsere jungen Schiedsrichter müssen Erfahrungen sammeln und lernen. Genau wie unsere Juniorinnen und Junioren machen sie nicht immer alles perfekt.

Wenn bei jeder Entscheidung viele Personen von der Spielerbank reagieren, wird ihre Aufgabe nicht einfacher.

Die neuen Regeln für die Spielerbank sollen deshalb für mehr Ruhe und Respekt sorgen.

Das bedeutet nicht, dass niemand mehr Emotionen zeigen darf. Emotionen gehören zum Sport.

Aber es gibt einen Unterschied zwischen:

Anfeuern, jubeln und sein Team unterstützen

und

ständig reklamieren, Schiedsrichterentscheidungen kommentieren oder Druck auf die Schiedsrichter ausüben.

👉 Besonders im Juniorenbereich soll dadurch ein Umfeld entstehen, in dem sich Spieler und junge Schiedsrichter entwickeln können.

❤️ Was steckt hinter den neuen Regeln?

Die neuen Regeln sollen den Charakter unseres Sports nicht verändern.

Unihockey soll weiterhin schnell, emotional und intensiv sein.

Aber gleichzeitig soll das Spiel sicher und fair bleiben.

Die wichtigsten Ziele lassen sich deshalb einfach zusammenfassen:

Torhüter besser schützen.

Weniger Halten und mehr Spielfluss.

Weniger unnötige Unterbrechungen.

Weniger Streit nach dem Pfiff.

Mehr Ordnung auf der Spielerbank.

Mehr Respekt gegenüber den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern.

Und natürlich:

Mehr Unihockey!

Die neuen IFF Spielregeln gelten seit dem 1. Juli 2026 und damit auch in der Schweiz für die Saison 2026/27.

Wir bitten alle Spielerinnen und Spieler, Trainerinnen und Trainer sowie Eltern und Zuschauer, sich mit den wichtigsten Änderungen vertraut zu machen.

Denn am Ende verfolgen wir alle dasselbe Ziel:

Ein schnelles, attraktives, sicheres und faires Unihockeyspiel, das allen Freude macht.

Floorball Passion since 2008 🔴⚫⚪

Unihockey Limmattal

11.9.2026
Pao Kohli
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